Tempelhof : Fußballfans sollen WM auf dem Flugfeld gucken

Während der Modemesse Bread & Butter ist ein Stadion in Tempelhof geplant. Tausende können im Sommer die Spiele sehen.

Franziska Klün
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Begeisterte Fußballfans sollen sich im Sommer auf dem Flugfeld treffen. -Foto: ddp

Der letzte Gabelstapler hat noch nicht das Flugfeld verlassen, da plant die Modemesse Bread & Butter bereits das nächste Großprojekt. Das Stichwort diesmal: Public Viewing bei der Fußball-WM 2010.

Wenn sich die Messe Anfang Juli wieder mit 15 000 Dosen Bier im Gepäck auf dem Flughafen Tempelhof einquartiert, ist Fußball-WM. Und da Berlin nicht Südafrika und die Modebranche nicht fußballfieberresistent ist, zog Geschäftsführer Karl-Heinz Müller die einzig logische Konsequenz: „Wir werden auf dem Flugfeld ein riesiges Stadion aufbauen und ein großes Fußballfest feiern“, sagte Müller dem Tagesspiegel.

6000 bis 8000 Leute sollen in dem temporären WM-Stadion Platz finden. Was Produktionskosten oder Ticketpreise anbelangt, ist vieles noch unklar. Noch ist das riesige Fußballfest vor allem eine riesige Idee. Aber eine gut ausschmückbare: Gastronomie-Meile, Trikot-Verkaufsstellen, Konzerte, Cheerleader – „alles ist machbar“, sagt Karl-Heinz Müller. Schon nächste Woche gebe es Gespräche mit möglichen Sponsoren und Kooperationspartnern: „Natürlich sind einige Sportmarken interessiert.“ Ob dies wieder Adidas mit den Erfahrungen der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 sein wird? Der Sportartikelhersteller baute damals auf dem Platz der Republik ein eigenes Stadion für 8000 Menschen, das dem Olympiastadion ähnelte. Elf Millionen Euro hatte der Bau gekostet,  Konzerte und die Übertragung der WM-Spiele fanden darin statt, das Finale war schon zwei Monate vorher ausverkauft. Überall in der Stadt entstanden damals temporäre Fußballstadien: ob beim „Pop Kick“-Festival im Treptower Park, vor dem Kanzleramt – die „Bundestagsarena“ – oder auch auf dem Kreuzberger Mariannenplatz. Und natürlich wurde im Kollektiv in den Kneipen geguckt – und auf der Fanmeile. Diese wird es auf der Straße des 17. Juni auch in diesem Sommer geben, aber erst ab der WM-Finalrunde. Der Auftakt wird vor dem Olympiastadion gefeiert.

Grund für die Bread & Butter, auch mit der Kampagne Lust zu machen auf das Großereignis 2010: „Premier League“ – „erste Liga“ – lautet das Thema der nächsten Modemesse. Laut Müller passe das nicht nur zur WM: „Bei der Bread & Butter können nur die Besten ihres Fachs mitmachen.“ Als Logo dient die Skulptur auf dem Dach des Berliner Kommunikationsmuseums von Ernst Wenck: „Die drei Giganten, die die Weltkugel in den Händen halten, erinnern an den WM-Pokal.“

Ziel ist es, das Stadion spätestens zum Viertelfinale am 2. Juli fertigzustellen. „Dann hat die Messe noch nicht begonnen, die Textilleute sind noch nicht im Lande und wir können das Stadion für alle Berliner zugänglich machen“, sagt Müller. Möglich macht das auch die Öffnung des Flughafenfelds ab dem 8. Mai an vorläufig fünf verschiedenen Stellen. „Sonst wäre es logistisch schwierig, die Leute durch das Flughafengebäude zu schleusen, während dort der Messeaufbau stattfindet“, so Müller.

Der Vermieter, die Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM), zeigt sich begeistert: „Die ganze Idee ist super. Erfahrungsgemäß wird die Bread & Butter auch keinen Aufwand scheuen, diese außergewöhnlich umzusetzen“, sagt Katja Potzies, Sprecherin der BIM. Auch liefen derzeit Gespräche mit diversen anderen Veranstaltern von Konzerten und Festivals, „zu bestätigen gibt es aber leider noch nichts“, so Potzies.

Was die von Anwohnern als „katastrophal“ beschriebene Parkplatzsituation um das Flughafengelände während der Messe anbelangt, gebe es laut Bread & Butter kein Problem, dieses in den Griff zu kriegen: „Dieses Mal hatten wir 2000 Parkplätze auf dem Flughafenfeld. Diese Zahl ist beliebig zu erweitern, genug Platz gibt es ja.“

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