Tempelhofer Feld könnte Alternativstandort sein : Kündigung: Yaam will Hilfe vom Senat

13.10.2012 00:00 Uhrvon
Das Yaam kämpft um seine Existenz. Foto: dapd
Das Yaam kämpft um seine Existenz. - Foto: dapd

Der Jugend- und Kulturclub Yaam steht nach der Kündigung vor dem Aus. Die Betreiber fordern Unterstützung vom Senat - und schauen sich nach alternativen Standorten um.

Das Jugend- und Kulturzentrum Yaam am Ostbahnhof kämpft um Unterstützung und den Verbleib. Die Betreiber und Friedrichshain-Kreuzbergs Bezirksbürgermeister Franz Schulz (Grüne) appellierten am Freitag im Rathaus Kreuzberg an Senat und Finanzsenator Nußbaum, sich beim Grundstücksbesitzer für einen Verbleib des Yaam einzusetzen, bis denn gebaut werde. Berlin solle eine benachbarte Landesfläche als Ersatz zur Verfügung stellen. Schulz habe bereits mit dem Nutzer eines Areals gesprochen, ein Ergebnis erwartet er kommende Woche. Vor dem Rathaus protestierten etwa 100 Anhänger.

„Berlin wirbt mit uns. Wenn es um unsere Existenz geht, fehlt die Unterstützung“, sagte Betreiber Ortwin Rau.

Er hat sich nun an die jamaikanische Botschaft – im Yaam läuft meist Reggae – und die Schweizer Pensionskasse Abendrot gewandt. Die erwarb bereits für die Kater-Holzig-Betreiber ein Grundstück an der Holzmarktstraße. „Bei einem Kaufpreis von 26 Millionen Euro gibt es wenig Möglichkeiten“, sagte Rau mit Blick auf das aktuelle Areal. Das Yaam hat sich auch für Flächen auf dem Tempelhofer Feld nahe der Autobahn beworben. Eine Bauplanänderung für das jetzige Grundstück könne laut Schulz nicht helfen.

Sehen Sie hier das Video zum heutigen Protest:

Schulz und die Yaam-Betreiber appellierten an die Immobilienfirma Urnova, die Kündigung zu überdenken. Wie berichtet muss das Yaam das Areal binnen 60 Tagen räumen. Schulz kritisierte zudem die neuen Richtlinien zur Liegenschaftspolitik. Die Finanzverwaltung wolle mehr Grundstücke aus dem Bezirksvermögen lösen und meistbietend verkaufen. Direktvergaben wegen guter Konzepte seien die Ausnahme. Bedroht sind laut „Mediaspree versenken“-Initiator Carsten Joost auch die Strandbars Strandgut und Oststrand an der Eastside Gallery. Er kündigte einen Antrag der Piraten im Bezirk an. Friedrichshain-Kreuzberg solle sich für einen Grundstückstausch der drei betroffenen Areale einsetzen. Die Clubcommission kündigte eine Taskforce an, um die Probleme zu diskutieren. spa

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