THEKEN Tanz : Saphire Martini Lounge

Beginnen wir ausnahmsweise mit den Drinks. Zu den Klassikern gesellen sich in manchen Bars Eigenkreationen mit bisweilen bizarren Namen. Einige sind witzig, andere künden von Schwärmerei für bestimmte Filme oder Stars.

Frank Jansen
300254_0_03c332e5.jpg
David Heerde

Die größten Helden sprachmächtigen Fantastentums sind in Berlin die Betreiber der Saphire Bar, die sich mit der Saphire Martini Lounge eine Filiale zugelegt haben. In beiden ist die Karte der Katalog linguistischer Bastelkunst. Da gibt’s den Abgrund an Bitterkeit, den Triumph der Selbstdarsteller, man strandet bei David und das Gesetz der Insel, liest das Tagebuch eines Aussätzigen, erschrickt vor Züchtigungsphantasien und patscht in Männerfreundschaft. Wer davon und vom Leben überhaupt genug hat, leert den Schierlingsbecher.

Sind die Saphiristas gaga? Immerhin gilt ihre Bar als eine der besten der Stadt, mit eleganter, etwas raumschiffiger Einrichtung und meist guten Drinks, allerdings stark spirituös. So war es auch in der Lounge. Ein ähnlich hübsches Design und, wie „Martini“ ahnen lässt, mit grandiosem Gin-Angebot: 55 Marken. Garniert mit dem Sprüchlein: „Und nicht vergessen! Ein Martini ist genau richtig. Zwei sind zu viele. Drei sind nicht genug.“ Außerdem gibt es Single Malt – aus Bayern.

Der drinking man und ein compañero saßen draußen, ein Keeper eilte herbei, brachte eine Karaffe Wasser. Beim Blick in die Karte ahnte der drinking man, dass er mehr Wasser benötigen würde.

Der compañero trank einen Laster im Zölibat (Finlandia Cranberry Vodka, Saphire Zitronengras Vodka, Holunderfruchtmark & Cassisfruchtmus, De Kuyper Pisang, Zitronensaft, Lime Juice), der drinking man bestellte einen Gin Tai. Beide Cocktails waren nicht so kalt, wie sie hätten sein müssen, beim Gin Tai wäre statt Würfeln gestoßenes Eis zu empfehlen. Der compañero freundete sich mit dem Drink schnell an, auch wenn ihm das Laster sehr schwer erschien. Der Gin Tai schmeckte ebenfalls gut, doch der Gehalt erzwang den häufigen Griff zur Wasserkaraffe.

Runde zwei: Für den compañero kam Die Erleichterung des Leids (Varadero Rum, Myer''s Rum, Captain Morgan Rum 73 %, De Kuyper Blackberry, Cherry Heering, Zitronensaft, Maracujanektar). Uff. Der drinking man blieb bei Gin und blickte auf Ansichten des Schmerzes (Beefeater Dry Gin, Saphire Ingwer & Zitronengras Vodka, Cointreau, Liqueur de Pomme Verte, Pama Granatapfel Liqueur Saphire Sweet & Sour Mix, dashes Orange Bitter). Umpff. Runde drei fiel aus.

Liebe Saphire-Crew, eine Frage ließe sich noch stammeln: Wie wäre es mit einem Drink namens Death by Cocktail? Mit allen 55 Gin-Marken? Und dem Bavarian Single Malt? Nu ran! Frank Jansen

Saphire Martini Lounge, Sredzkistr. 62, Prenzl. Berg, Tel. 41 71 79 62, tägl. 20 Uhr

0 Kommentare

Neuester Kommentar