''Twilight''-Fans : Vorsicht, die Vampire kommen

Sie kreischen, mögen bleiche Gesichter und spitze Zähne. Nun wollen „Twilight“-Fans auch noch tanzen. 5000 von ihnen treffen sich im Flughafen Tempelhof – und machen aus dem Hangar eine Gruselhalle.

 Daniela Martens
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Lieblinge der Fans. Ashley Greene und Kristin Stewart (oben) hatten große Rollen in den Filmen. Welche Stars nach Tempelhof...ddp

Die Musik klimpert vor sich hin. Und der bleiche junge Mann gesteht dem etwas weniger blassen Mädchen flüsternd seine Liebe. Nach wenigen Sekunden fährt die Kamera in die Baumwipfel über dem Liebespaar. Einen Kuss sieht man nicht. Auch keine gefährlich spitzen Eckzähne und keinen Biss. Alles ganz undramatisch. Trotzdem sei das ihre Lieblingsszene, sagt Bianca Timm. „Natürlich.“ Mindestens 20 Mal hat sie sie schon gesehen. Denn Timm, 23 Jahre alt und gelernte Bankkauffrau aus Charlottenburg, ist ein Fan der Buch- und Filmserie „Twilight“. „Ein sehr großer Fan“, sagt sie und kichert. „Mich faszinieren Vampire, weil sie stark, schön und mystisch sind.“

Damit ist sie nicht allein. Spitze Zähne und bleiche Gesichter sind zurzeit in Mode. Sogar ein großes Festival steht bald an, oder besser: das „New-Moon- Fan-Event“ – auf dem Flughafen Tempelhof. 5000 Vampir-Fans wollen sich am l0. April ab 18 Uhr in einem der Hangars treffen. Der wird zu diesem Zweck in eine Vampirwelt verwandelt. Die Vampirfans dürfen tanzen und es spielt die Band Jennifer Rostock, deren Mitglieder fast so schön und jung sind wie die Vampire im Film. Sie stammen aus Mecklenburg und wurden vor allem durch einen Auftritt bei Stefan Raabs Bundesvision Song Contest 2008 bekannt. Ihre Musik liegt irgendwo zwischen Punk, Neuer Deutscher Welle, Elektro und Pop. „Es tut wieder weh“, wird die 23-Jährige Frontfrau Jennifer Weist in Tempelhof singen – es ist das Lied, das die Gruppe für den Soundtrack des zweiten Teils der Vampir-Saga aufgenommen hat. Passend zur bissigen Geschichte. Und die 5000 Twilight-Fans werden tanzen.

Auf Deutsch klingen die Titel der „Twilight“-Bücher etwas komisch: Bei „Bis(s) zum Morgengrauen“, (Originaltitel: Twilight), „Bis(s) zur Mittagsstunde“ (New Moon) und „Bis(s) zum Abendrot“ (Eclipse) denkt man unwillkürlich eher an Frühstück, Mittagessen und Abendbrot. Und dann ist da noch der späte Imbiss: „Bis(s) zum Ende der Nacht“ (Breaking Dawn). Bianca Timm hat alle vier Bücher etwa drei bis fünf Mal „verschlungen“, sagt sie. „ Wenn ich mit dem letzten fertig war, habe ich wieder beim ersten angefangen, ich dachte immer, ich habe noch nicht alle Details mitgekriegt.“

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Die Verfilmungen der beiden ersten Bücher waren schon im Kino zu sehen. Der dritte soll im Juli in Deutschland anlaufen. Am 15. April wird aber erst einmal der zweite Teil als DVD in Deutschland herauskommen. Fans wie Bianca Timm besorgen sich den Film allerdings schon fünf Tage früher beim Fest im Flughafen Tempelhof.

„Es gibt ein paar hundert richtige Fans in Berlin“, sagt Timm. Richtige Fans, das sind für sie Leute, die sich intensiv mit den Vampirgeschichten beschäftigen: Mit einigen trifft sie sich regelmäßig zum „Forum“ in einem Café: „Beim letzten Mal waren wir 50.“ Da tauschen sie Twilight-Sammelkarten aus. Bianca Timm kichert verlegen. Das sei ihr ja schon ein bisschen peinlich. „Dafür bin ich doch eigentlich schon zu alt.“ Andererseits seien die meisten Vampir-Fans zwischen 20 und 35: „Wir sind so viele alte Fans.“

Viele von ihnen haben eigene Fanklubs gegründet. Allein zehn aus Berlin sind auf der Internetseite www.bellaundedward.de zu finden. Sie haben Namen wie „Bis(s) in die Unsterblichkeit“. Bianca Timm hat ebenfalls einen Fanklub – mit eigener Homepage. „Disorderedkitten.com“ heißt die: „gestörtes Kätzchen“. Einen ihrer ersten Artikel hat sie vor etwa einem Jahr verfasst– über das große Twilight Fantreffen 2009, damals im E-Werk. Dort hat sie auch mehrere Darsteller getroffen. Darunter auch Ashley Greene, eine der Hauptdarstellerinnen. Zurzeit kann man die Schauspielerin sogar in Babelsberg treffen. Dort dreht sie den Horrorthriller „Apparition“. Bianca Timm hat sich noch nicht auf den Weg nach Potsdam gemacht, um sie zu treffen: „Ich kenne sie ja schon.“

Das Fanfest in Tempelhof

www.twilight-filme.de

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