Stadtleben : Überm Kopf der Ozean

Adrenalin aus Argentinien: Die Show „Fuerzabruta“ kommt nach Berlin

G,a Bartels

Abenteuerlustige Freunde von TheaterPerformances und zirzensischen Darbietungen können bald wieder ihren Adrenalinpegel spüren: im Spätsommer, wenn liebliche Pferdeshows und schwüle Tangomusicals die Stadt längst wieder verlassen haben, kommt „Fuerzabruta“ mit ihrem schwarzen Zelt. 1200 Leute passen in das 24 Meter hohe Vinylgebilde am Ostbahnhof. Am 12. September ist die Premiere.

Macher der Show sind die Argentinier von „De La Guarda“: Regisseur Diqui James und Komponist Gaby Kerpel. In Berlin gab es wegen des Ansturms auf dieses Theaterspektakel aus den Slums von Buenos Aires Ende 2002 in Wilhelmsruh monatelang ein Parkchaos. Freikletterer und Luftakrobaten verursachten – untermalt von harten House-Beats – steife Nacken bei den stehenden Zuschauern.

Auch bei „Fuerzabruta“ – was so viel heißt wie „Brachialgewalt“ – muss man jederzeit damit rechnen, dass einem der Himmel auf den Kopf fällt. Oder besser noch: ein Ozean. Das raumfüllende Wasserbassin, das sich über den Köpfen der Zuschauer absenkt, ist die blubbernde Spielwiese für Unterwasserartisten, die die Luftakrobatik ergänzen. Die Zuschauer sind wie bei „De La Guarda“ Teil der Show, können mittanzen und rumhopsen und werden gelegentlich durch glitzernde Vorhänge im Raum verschoben. Die Veranstalter empfehlen, Kleidung anzuziehen, in der man sich wohlfühlt und mit allen Elementen in Berührung kommen kann. Das klingt interessant, bedeutet aber im September bestimmt weder Badezeug noch Shorts.

Was die 2005 in Buenos Aires entwickelte Show „Fuerzabruta“, die seitdem unter anderem drei Monate in London gastiert hat, eigentlich ist? Schwer zu sagen. Jedenfalls keine klare Geschichte oder eine Varieté-Revue, sondern eine Choreografie von Traumsequenzen. Ein Mann rennt auf einem Laufband, ein Schuss fällt, er taumelt und stürzt ins Bodenlose – und die Traummaschine rattert los. Projektionen, Farben, Nebel, Wasser, Feuer, Künstler tanzen an vertikalen Wänden zu pumpender Musik, baumeln an Seilen, tanzen in Guckkastenbühnen – „Fuerzabruta“ ist eine dunkle, schnelle und harte Show. Zwischendrin gibt’s zum Entspannen aber auch softe und sexy Einlagen. Das Riesenzelt soll ja auch voll werden. Gunda Bartels

Fuerzabruta vom 12. September bis 3. November, Karten ab 47 Euro bei www.berlin-ticket.de. Mehr über die Show ist im Internet unter www.fuerzabruta.eu zu erfahren.

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