Umbau desTitania-Palastes : Großes Kino

Der Titania-Palast erhält zwei neue Filmsäle. Die Umbauten erfolgen unter laufendem Betrieb.

Foto: Promo
Steglitz strahlt. So soll der Titania-Palast nach der Erweiterung aussehen.

Andernorts in Berlin mussten traditionsreiche Kinos schließen, doch in Steglitz kann von einem Kinosterben nicht die Rede sein. Im Gegenteil: Der Titania-Palast an der Schloßstraße, der zurzeit 1000 Plätze in fünf Vorführsälen hat, erhält zwei weitere Säle mit zusammen 250 Plätzen und ein größeres Foyer. Außerdem ziehen neue Modeläden in das 1928 eröffnete Baudenkmal mit dem markanten Lichtturm, das 1951 Festspielort der ersten Berlinale war.

„Der Umbau soll im August fertig sein“, sagt Frank Maibach von der Vermieterfirma AG für Haus- und Grundbesitz. Der Betrieb geht während der Arbeiten weiter. Künftig wird es zwei Foyers geben: Der Ticketschalter wird von der zweiten in die erste Etage verlagert, während der Imbissladen oben bleibt und mehr Raum bekommt.

Die Vergrößerung eines Kinos ist heutzutage zur Ausnahme geworden. Der Zoo-Palast in Charlottenburg zum Beispiel soll zugunsten neuer Läden teilweise abgerissen werden. Immerhin wurde jetzt vereinbart, dass der Hauptsaal mit derzeit 1077 Sitzen nur auf 850 statt auf 680 Plätze verkleinert wird – damit bleibt er groß genug für die Berlinale.

Jetzt beginnen im Titania-Palast auch Bauarbeiten für Geschäfte. Im Frühjahr 2008 wollen die Modeläden Bestseller und Mango einziehen. Außerdem wird die Fassade renoviert. Das Architektenbüro NPS Tchoban Voss plant eine „abgerundete Glasecke unter einem weit auskragenden Vordach“, die der Originalgestaltung aus den 20er Jahren ähnele.

Das Kino werde künftig „auch anspruchsvollere Filme zeigen“, sagt Markus Kühlmorgen, Assistent der Geschäftsführung in der Betreibergesellschaft „To the movies“. Bisher liegt der Schwerpunkt beim Kinder- und Jugendprogramm und aktuellen Blockbustern. Ein Grund für den Erfolg sieht Kühlmorgen darin, dass es in Steglitz kaum Konkurrenz gebe – zumal das Adria an der Schloßstraße ebenfalls von seiner Firma betrieben wird. Das einzige weitere Kino ist das Thalia in Lankwitz.

Einst gab es im großen Titania-Saal Konzerte, so trat dort 1960 Marlene Dietrich auf und wurde von Teilen des Publikums ausgebuht. Später wurde der Kino- und Veranstaltungsbetrieb wegen sinkender Zuschauerzahlen gestoppt. Seit 1995 laufen wieder Filme, nur baulich erinnert innen wenig an das alte Filmtheater. CD

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