Unterhaltung : Na, Kutte, haste auch Schulden?

Klaus Wowereit zu Gast in Krömers neuer Show.

André Görke

Später Nachmittag in Tempelhof, in einer Halle des alten West-Berliner Industrieviertels an der Oberlandstraße, kurz hinter der Betonpiste des Flughafens. Du, fragt der Klaus den Kutte, haste eigentlich auch Schulden? Mmh, ja, antwortet Kutte leicht verschämt, „ick hab ’nen Deckel in meiner Kneipe“ und beim Zeitungsfritzen, 2700 Euro. Siehste, sagt Klaus, da kommst du Berlins Pro-Kopf- Verschuldung ja langsam näher.

Kutte, das ist der Neuköllner Komiker Kurt Krömer. Und Klaus, das ist der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD). Der war am Wochenende der erste Gast in den Tempelhofer Fernsehstudios, wo vor 500 johlenden Zuschauern die neue Show „Krömer“ aufgezeichnet wurde. Zehn Folgen werden bis Donnerstag aufgenommen; ab 27. August werden sie montags, 0.20 Uhr, in der ARD gezeigt – auf dem Programmplatz, wo bisher „Dittsche“ über den Alltag plauderte.

In den nächsten Tagen werden Walter Momper, Präsident des Abgeordnetenhauses, sowie die Grünen-Politikerin Renate Künast bei dem Komiker vorbeischauen. „Politiker dürfen bei Krömer nicht nur politisch sein, sie müssen Humor zeigen – und das hat Wowereit gemacht“, sagte hinterher Helmut Lehnert, Unterhaltungschef beim RBB-Fernsehen. „Da waren zwei West-Berliner unter sich.“ Hier Krömer, der Neuköllner. Dort Wowereit, der Tempelhofer. Vor einigen Tagen habe Krömer mal spontan im Rathaus geklingelt und im Büro vorbeigeschaut, sagte ein Sprecher Wowereits.

Der 32-jährige Krömer tritt in der neuen Sendereihe solo auf, ohne fiktive Familie. „Wir wollten back to the roots“, sagt Lehnert vom RBB. „Solo kann Krömer schneller improvisieren.“ Zur Begrüßung müsse jeder Gast ein kleines Geschenk mitbringen, und Wowereit habe sich artig daran gehalten. Er überreichte dem partout mies gekleideten Krömer zwei Manschettenknöpfe mit dem Brandenburger Tor. Krömer konterte und setzte im Warteraum einen Plüschbären mit Berlin-Fähnchen neben den Regierenden Bürgermeister. In dem Maskottchen stecke Eberhard Diepgen drin, behauptete Krömer.

Dem Komiker habe man die Nervosität nach der langen Pause angemerkt, aber er sei gut in Form. Dem Vernehmen nach habe er mächtig abgenommen, 24 Pfund. Gut in Form, so Lehnerts Fazit, war auch der erste Gast: „Normalerweise laufen die Gäste Gefahr, bei Krömer zu ersaufen, weil sie nicht ernst genommen werden.“ Aber die Chemie habe gestimmt, lobte ein Sprecher des Regierenden. War also schön jewesen. André Görke

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