''Valkyrie''-Unfall: : Wertvolle Beulen

Beim Dreh zum Stauffenberg-Film "Valkyrie“ flogen mehrere Komparsen von einem LKkw. Jetzt fordern sie elf Millionen Dollar Schadensersatz.

Die Blessuren sind längst geheilt, die Prellungen, Schürf- und Schnittwunden medizinisch erledigt, ihre juristische Aufbereitung fängt jetzt aber erst richtig an. Am 19. August 2007 war es bei den Dreharbeiten zu dem Stauffenberg-Film „Valkyrie“ vor dem früheren Reichsluftfahrtministerium zu einem Unfall gekommen: Als ein Wehrmachtslaster um eine Kurve fuhr, löste sich eine Seitenklappe, und eine Gruppe von Filmkomparsen stürzte auf die Straße.

Ein Jahr danach hat nun die Berliner Anwältin Ariane Bluttner von der am Kurfürstendamm residierenden Kanzlei Dr. Schmitz & Partner an die amerikanische Produktionsfirma United Artists geschrieben und im Auftrag ihrer elf Mandanten Schadensersatz in Höhe von elf Millionen Dollar gefordert. Für den Fall, dass man sich nicht einige, wurden zivil- und strafrechtliche Schritte vor US-Gerichten angekündigt. Die Anwältin geht aber davon aus, dass man sich außergerichtlich verständigen werde. Eine juristische Auseinandersetzung könne kaum im Interesse von United Artists sein. Ein bis zwei Jahre könne es aber schon dauern, bis die Angelegenheit erledigt sei.

Die Produktionsfirma wurde damals vom Stauffenberg-Darsteller Tom Cruise und seiner langjährigen Geschäftspartnerin Paula Wagner geleitet, die unlängst als Co-Chefin zurückgetreten ist. Cruise war bei dem Unglücksdreh nicht dabei. Untersuchungen nach dem Unfall durchs Landesamt für Arbeitssicherheit und die Dekra hatten ergeben, dass es an dem Lkw zwar keine Sicherheitsmängel gab, die Klappe aber nicht korrekt verriegelt war. Laut der Anwältin gebe es Zeugenaussagen, wonach bei den Dreharbeiten die Sicherungssplinte an der Verriegelung weggelassen wurden, damit die „Soldaten“ schneller absitzen konnten. Auch hätten sich Fahrer beschwert, dass an ihren Fahrzeugen die Bremsen nicht in Ordnung gewesen seien.

Das Filmprojekt war ohnehin vom Pech verfolgt. Die Hinrichtungsszene im Bendlerblock, wo Stauffenberg erschossen worden war, musste wegen Mängeln am Filmmaterial zweimal gedreht werden. Auch gab es Irritationen über Verschiebungen des Starttermins. In den USA soll „Valkyrie“ jetzt am 26. Dezember ins Kino kommen. ac

0 Kommentare

Neuester Kommentar