Verkehr : Alles im grünen Bereich

Trotz der gesperrten Stadtautobahn blieben Staus aus – auch weil weniger Brandenburger kamen.

„Also, für uns Berliner ist so was kein Problem.“ Timo Preiß, stellvertretender Niederlassungsleiter von Zweirad Stadler, hat die am Freitagabend begonnene Sperrung der Stadtautobahn, die bis Sonntag um 10 Uhr dauert, gut überstanden. „Ich habe wegen der Umleitungen nur eine Viertelstunde länger zur Arbeit gebraucht.“ Der Laden an der Königin-Elisabeth-Straße 9-23 laufe, „die Leute wissen sich schon zu behelfen.“

So standen auf den Straßen zwar schon mal Autos dicht an dicht. Doch offenbar gab es am Sonnabend an den neuralgischen Orten weder Mega staus noch Verkehrschaos. Laut Polizei war rund ums Dreieck Charlottenburg „alles im grünen Bereich“. Beim Berlin-Brandenburgischen Handelsverband hieß es jedoch, wegen der Stauwarnungen seien weniger Brandenburger in die West-City zum Einkaufen gefahren. Auch die Taxifahrer, die aus der City Richtung Flughafen Tegel unterwegs waren, wirkten entspannt. „Die Strecke zum Airport meistern wir ohne große Verspätungen“, sagte ein 62-jähriger Taxifahrer. Rund um den Jakob-Kaiser-Damm, der letzten Ausfahrt vor der Baustelle, gehe es etwas langsamer voran, „anschließend hat man freie Bahn.“

Auch am Flughafen selbst drängten sich die Leute nicht. Der Spitzentag sei bereits Freitag gewesen, mit 50 000 Fluggästen allein in Tegel, hieß es. Insgesamt werden dort und in Schönefeld am Wochenende 150 000 Fluggäste erwartet. „Der Betrieb läuft normal, aber immer mal schubweise gibt es wieder einen Ansturm, je nachdem, wann die Abflüge sind“, sagte ein Mitarbeiter am Check-in in Tegel.

Wer nachmittags vom Flughafen mit dem TXL-Bus Richtung Hauptbahnhof fahren wollte, musste etwas mehr Zeit mitbringen. Auf der Beusselstraße ging es baustellenbedingt schleppend voran. Am Bahnhof angekommen, herrschte normales An- und Abreisegedränge. Im Gegensatz zum Freitag, dem ersten Ferientag, „da war es recht voll, da der Freitag eh ein starker Reisetag ist“, sagt Bahn-Sprecher Burkhard Ahlert. „Seit dem 20. Dezember haben wir neun zusätzliche Züge von Berlin in Richtung Karlsruhe und Stuttgart eingesetzt.“ Mit der nächsten Reisewelle rechnet die Bahn am 23. Dezember und am Vormittag von Heiligabend.

Viel Betrieb war auch gestern bei C & A an der Wilmersdorfer Straße, wenn auch nicht ganz so wie sonst. „Das kann schon sein, dass die Sperrung da was wegnimmt“, sagte Teamleiterin Marlies Klupsch. Klaus Meltzer vom City-Gartencenter am Spandauer Damm 252 ist aber froh, wenn die Autobahnausfahrt endlich erneuert ist. „Wir haben im Sommer wegen des fehlenden Durchgangsverkehrs am Spandauer Damm weniger eingenommen.“ kög/tabu

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