Verkehr : Halten am Hauptbahnhof doch erlaubt

Jetzt geht es doch: Autos dürfen in der Wendeschleife am Berliner Hauptbahnhof zum Ein- und Aussteigen stoppen. Am ersten Tag der neuen Regelung gab es noch ein Schilderwirrwarr.

Klaus Kurpjuweit
Lehrter
Streifen fürs Parken: Die Markierungen sind für Motorräder, die hier parken dürfen. Autos dürfen gegenüber dagegen nur kurz...Foto: Peters

Jetzt geht es doch – am Hauptbahnhof dürfen Autofahrer auch in Zukunft kurz anhalten und Mitfahrer aus- oder einsteigen lassen. Die vor dem Wochenende aufgestellten Schilder auf dem Europaplatz mit dem absoluten Halteverbot sollen teilweise durch Schilder für ein eingeschränktes Halteverbot ersetzt werden. Direkt vor dem Bahnhofseingang bleibt es aber beim strikten Halteverbot.

Kurz gehalten werden darf in der Wendeschleife, die vom Friedrich-List-Ufer aus zu erreichen ist. Dort war bisher ein Gratisparken bis zu 30 Minuten zugelassen. Weil aber viele Dauerparker ihr Auto abstellten, gilt auf dieser Schleife seit gestern ein Halteverbot.

Zunächst seien Schilder für ein absolutes Halteverbot aufgestellt worden, das auch ein kurzes Stoppen für das Ein- oder Aussteigen verbietet, um Platz für Markierungsarbeiten auf der Schleife zu schaffen, sagte gestern Harald Büttner, der Leiter des Straßen- und Grünflächenamtes in Mitte. Auf einer Seite der Wendeschleife sollen jetzt Motorräder parken, die bisher „wild“ auf dem Vorplatz verstreut standen. Auf der anderen Seite der Schleife gibt es eine kurze „Ladezone“ mit dem eingeschränkten Halteverbot. Bei diesem Schild ist das Halten auf der Fahrbahn für mehr als drei Minuten verboten, außer zum Ein- oder Aussteigen sowie zum Be- oder Entladen.

Gestern war die Verwirrung in diesem Bereich groß. Die neu aufgestellten Halteverbotsschilder standen direkt neben den bisherigen blauen Parkerlaubnisschildern, die nicht ungültig gemacht worden waren. Autofahrer hatten „freie Auswahl“. Die meisten hatten sich für das Erlaubnisschild entschieden und das Auto auch direkt vor dem Halteverbotszeichen abgestellt. Da die Rechtslage nicht eindeutig war, hielten die Mitarbeiter des Ordnungsamts sich mit dem Ausstellen von „Knöllchen“ zurück.

Für die Kontrolle ist das Ordnungsamt Mitte zuständig, das aber nur sporadisch Mitarbeiter zum Hauptbahnhof schicken kann. Die Kontrollen sollen in den nächsten Tagen aber verstärkt werden, wenn auch die Schilder eindeutig das eingeschränkte Halteverbot deutlich machten, teilte das Bezirksamt gestern mit.

Direkt vor dem Bahnhofseingang könne man das kurze Anhalten zum Ein- oder Aussteigen dagegen weiter nicht zulassen, sagte Büttner. Dort sei es so eng, dass stehende Autos den anderen Verkehr, vor allem die Taxis, enorm behinderten. Doch auch dieses absolute Halteverbot ist gestern, wie bereits in der Vergangenheit, von vielen Auto- und Taxifahrern missachtet worden.

Die kurze Wendeschleife bietet am Hauptbahnhof die einzige Möglichkeit, außerhalb des Parkhauses, Autoinsassen legal ein- oder aussteigen zu lassen. Auf den anderen Straßen rings um den Bahnhof gilt entweder das absolute Halteverbot oder gleich ein Durchfahrverbot wie auf der Südseite am Washingtonplatz.

Ähnlich sieht es auch am neuen Bahnhof Südkreuz aus. Dort gibt es zwar einen riesigen Vorplatz, der aber nur von Bussen und Taxis genutzt werden soll. Vor dem Bahnhofseingang gilt deshalb ebenfalls ein absolutes Halteverbot; eine Ausnahme ist nur für den Telebus zugelassen. Autofahrer sollen Mitfahrer in einer engen Wendeschleife – wie am Hauptbahnhof – im eingeschränkten Halteverbot ein- und aussteigen lassen. Doch auch dort werden die Plätze meist von Dauerparkern blockiert. Wer erwischt wird, muss 15 Euro zahlen.

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