Stadtleben : Verleger ehren Altkanzler Kohl

Im Gespräch mit Verleger Hubert Burda, Focus-Chef Helmut Markwort und seinem Laudator Peter Scholl-Latour sitzt Helmut Kohl bei der Publisher’s Night in der VIP-Lounge der Telekom-Repräsentanz in der Französischen Straße. Gerade hat er die „Goldene Victoria“, den alljährlich verliehenen Preis des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger, in der Ehrenkategorie bekommen, hat an der Seite seiner Freundin Maike Richter sichtlich gerührt und manchmal lachend der Laudatio von Scholl-Latour gelauscht. Dann tritt Kohl ans Mikrofon, lässt Höhepunkte wie die Deutsche Einheit noch einmal Revue passieren, und sagt dann: „Ich habe vor allem ein Gefühl tiefer Dankbarkeit.“ Später, als die Verleger in schönster Hauptstadtroutine bei rosa Rotkäppchensekt und Jasminrisotto in den Räumen des ehemaligen Kaiserlichen Telegrafenamtes zusammenstehen, klingen Kohls Sätze nach, erinnern an längst vergessene bittere Erfahrungen: „Es gab viele, die nicht aufgegeben haben.“ Und: „Dieses Haus steht in Ost-Berlin.“

Zwei weitere Goldene Victorias gingen an die Audi AG als Printkunden des Jahres und Ex-Wirtschaftsminister Werner Müller, Vorstandsvorsitzender von Evonik Industries, der etwas einsilbig wirkte und von Moderatorin Inka Schneider gefragt wurde, ob er eigentlich Westfale sei. Er antwortete: „Nee, ich bin eine bundesdeutsche Promenadenmischung“. Stehenden Beifall gab es am Ende für den Alt-Kanzler, sogar zweimal. Bi

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben