Stadtleben : Von wegen gottloser Osten

Ein Führer durch die Klosterlandschaft Brandenburgs

Manche Bücher sind nicht nur schwer, sondern inhaltsreich. Viereinhalb Kilo bringen die beiden Bände des „Brandenburgischen Klosterbuchs“ auf die Waage (Bebra Wissenschaft Verlag Berlin, 1504 Seiten, 128 Euro). Ihr wahrer Wert lässt sich kaum bemessen: Sie differenzieren das Vorurteil vom gottlosen Osten. Zwar kann Brandenburg auch historisch nicht als Kernland des christlichen Glaubens gelten. Dennoch überrascht die stattliche Zahl von 106 Klöstern, Stiften und Ordenspfründen, die in ausführlichen Artikeln beschrieben werden. Sie sind von rund 70 Historikern gemeinsam verfasst und durch aktuelles und historisches Kartenmaterial sowie durch Auflistungen aller bekannten Quellen ergänzt worden. Das „Brandenburgische Klosterbuch“ ist sicher kein Reiseführer, den man zum Sonntagsausflug einpackt. Das von Heinz-Dieter Heimann, Winfried Schich und Klaus Neitmann herausgegebene Grundlagenwerk richtet sich aber nicht nur an Historiker, sondern dank allgemeiner Verständlichkeit auch an Laien. Man wird die Bände nicht in einem Zug durchlesen können, aber beim Blättern zumindest ahnen, wie reich die Klosterlandschaft des armen Brandenburg einmal gewesen ist. zaj

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben