Stadtleben : Vorm Modefest fliegen die Fetzen

AG City: Couture bei Bier schlecht für den Ku’damm

Am Wittenbergplatz läuft seit gestern das „Global Fashion Festival“: Bis einschließlich morgen wollen 20 Modemacher ihre Kollektionen zeigen. Ein Höhepunkt der dreitägigen Veranstaltung ist der Stiletto-Run, bei dem heute ab 12.30 Uhr 100 Frauen auf hochhackigen Schuhen um einen Einkaufsgutschein in Höhe von 10 000 Euro rennen. Was für den Ausrichter Berlin City Eventmanagement (BCEM) nach einem großen Spaß klingt, ist für andere jedoch ein Ärgernis.

Grund für die Differenzen: Die AG City vertritt die Interessen der Anrainer und möchte ein Modespektakel mit bierseliger Volksfeststimmung verhindern. Händler klagen wegen der billigen Würstchenbuden und Ramschstände über Umsatzeinbußen, sagt Jennifer Bollow, Geschäftsstellenleiterin der AG City. Das dreitägige Sommerfest findet seit den 90ern unter verschiedenen Bezeichnungen statt, zuletzt nannte es sich „Global City Festival“, die dazugehörige Modenschau steigt zum fünften Mal. Über das Konzept ließ der Veranstalter jedoch nicht mit sich reden. Deshalb kündigte die AG City, unterstützt vom Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf, der BCEM und sagte das „Global City Festival“ Anfang August ab. Die BCEM beantragte darauf eine neue Veranstaltung am Wittenbergplatz, der zu Tempelhof-Schöneberg gehört, das Bezirksamt genehmigte sie.

Darüber ärgert sich die AG City und distanziert sich in einer gestern verbreiteten Erklärung von dem Festival. „Der Ku’damm soll sich mit anderen großen Boulevards messen können, Volksfeste mit billigen Buden ruinieren nur sein Image“, sagt Jennifer Bollow. Das Ergebnis des „Global Fashion Festivals“ bestätige die Meinung der Interessengemeinschaft. Für 2008 plant die AG City ein neues, niveauvolles Sommerfest auf dem Breitscheidplatz: „Dafür soll der nahegelegene Ku’damm nicht gesperrt werden – wegen der Händler.“ Gespräche mit Veranstaltern laufen derzeit. hey

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