Wahl zum Bundespräsidenten : Reisegruppe zum Reichstag

Am Sonnabend wird der Bundespräsident gewählt. Die Delegierten, darunter Promis, bekommen für die Hotelnacht 75 Euro Zuschuss.

Eva Kalwa
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Halmich

In der Nacht vor dem Festakt wird die Fassade des Reichstags, all die Säulen und all die Simse, in neuem, weißem Licht erstrahlen. Am Freitag, 22.30 Uhr, wird der Schalter erstmals angeknipst.

Es ist ja auch ein Großereignis, das am Tag danach ansteht: 1224 Wahlfrauen und Wahlmänner der Bundesversammlung kommen am Sonnabend zur Wahl des Bundespräsidenten im Plenarsaal des Reichstagsgebäudes zusammen, mit Fraktionsgästen, Diplomaten und Journalisten werden 4000 Menschen erwartet. Die Hälfte der 1224 Wahlberechtigten sind Mitglieder des Bundestages. Die anderen 612 sind von den Landtagen delegierte Präsidentenwähler, von denen viele nur für die zwei Sitzungstage Freitag und Sonnabend in Berlin sein werden.

Schon direkt nach der Sommerpause im letzten Jahr haben die Mitarbeiter der Bundestagsverwaltung mit der Planung für die Bundesversammlung begonnen, die alle fünf Jahre traditionell am 23. Mai, dem Jahrestag der Verkündigung des Grundgesetzes, zusammentritt. „Wir mussten uns um juristische Fragen, die Anreise, Unterbringung und die Verschickung von Informationsbroschüren über das genaue Wahlverfahren kümmern“, erzählt Bundestagssprecherin Anna Rubinowicz- Gründler. Denn nicht alle der 612 von den Landtagen und Parteien gesandten Präsidentenwähler kennen das Innere des Reichstagsgebäudes.

Auch prominente Delegierte sind dabei, unter ihnen Schauspieler Ottfried Fischer für die SPD, die Sportlerin Regina Halmich für die CDU und Schauspielerin Jasmin Tabatabai für die Grünen. Damit alle Wahlmänner und -frauen Platz im Plenarsaal finden, wurden in dieser Woche die großen blauen, fest am Boden montierten Stühle und Tische abgeschraubt und durch Reihen mit kleineren Stühlen ersetzt.

Die Anreise und Unterbringung der Delegierten wird über Bundesmittel finanziert. Wer seine Unterkunft selbst suchen möchte, darf 75 Euro pro Nacht veranschlagen. Ein offizielles touristisches Begleitprogramm wird den Besuchern nicht geboten. Für die Verpflegung am Wahltag ist zwar gesorgt, doch sie ist kostenpflichtig. Ausnahmsweise sind das Abgeordnetenrestaurant und die Cafeteria geöffnet.

Wer den Ablauf der Bundesversammlung am Sonnabend ab 12 Uhr verfolgen möchte, hat zumindest vor dem Bildschirm jede Menge Möglichkeiten dazu, denn das Gebäude selbst ist aus Sicherheitsgründen für die Öffentlichkeit geschlossen. Auch die Besteigung der Reichstagskuppel ist am Freitag zum letzten Mal um 12 Uhr möglich, der nächste Einlass findet erst wieder am Sonntag um 8 Uhr statt. ARD, ZDF und Phoenix übertragen die gesamte Wahl live, die ARD wird an der Westseite des Reichstagsgebäudes auch eine Videoleinwand aufstellen. Auf dem Bürgerfest, das am Sonnabend zur Feier des 60. Bestehens der Bundesrepublik parallel zur Präsidentenwahl rund um das Brandenburger Tor und die Straße des 17. Juni stattfindet, werden mehrere größere Monitore das Geschehen im Plenarsaal übertragen.

Das Programm zum Bürgerfest, S. 14

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