Wahlen in Italien : Der Weg nach Rom führte über Berlin

Laura Garavini sitzt im italienischen Parlament.

Der Wahlerfolg kam nicht überraschend. Zweiter Platz auf der Europaliste der „Partito Democratico“ für die Parlamentswahlen in Italien – da konnte nicht viel schiefgehen und ist es ja auch nicht: Als erste in Deutschland lebende Italienerin hat die 41-jährige Laura Garavini aus Berlin offenbar den Sprung ins Parlament in Rom geschafft. Jedenfalls habe sie nach vorläufigen Angaben des italienischen Innenministeriums die mit Abstand meisten Stimmen aller Kandidaten im Wahlkreis Europa gewonnen, ließ Garavini gestern in Berlin wissen.

Seit zwei Jahren können die im Ausland lebenden Italiener eigene Abgeordnete ins Parlament entsenden. Kandidiert hatte Garavini für die gemäßigt linke Demokratische Partei Walter Veltronis, die die Parlamentswahl gegen Silvio Berlusconis rechte Wahlliste „Volk der Freiheit“ verlor. Das trübt natürlich die Freude über den eigenen Triumph an der Urne. „Mein persönlicher Erfolg ist nach dem aufreibenden Wahlkampf eine große Befriedigung“, freute sich die neue Abgeordnete. „Dies ändert aber nichts daran, dass die Niederlage der Demokratischen Partei und die damit verbundene Rückkehr Berlusconis an die Regierungsmacht bitter sind für Italien.“

Garavini, die zugleich Mitglied der SPD ist und sich die neue Politiklaufbahn von ihrem aus Niedersachsen stammenden Mann und der elfjährigen Tochter absegnen ließ, will auch in der Opposition versuchen, sich für die im Ausland lebenden Italiener und deren Integration einzusetzen. Ihren Wohnsitz in Berlin behält sie. Rund 30 000 Kilometer ist Garavini auf Wahlkampftour in Europa herumgereist – kein klassisches Gastarbeiterkind, sondern eine, die es nach dem Politologiestudium in Bologna „aus beruflicher und kultureller Neugier“ nach Deutschland verschlagen hat. An der Universität Kiel arbeitete sie als Lehrbeautragte, war an Integrationsprojekten in Köln beteiligt, später Geschäftsführerin der gewerkschaftsnahen „Union der Italiener in der Welt“ mit deutschem Sitz in Villingen. In der Politik ist sie Anfängerin, trat aber schon wiederholt an die Öffentlichkeit, sei es nach dem ’Ndrangheta-Massaker von Duisburg oder nach versuchten Schutzgelderpressungen Ende 2007 in Berlin. Tsp/dpa

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