Stadtleben : War Attacke aufs KaDeWe Künstlergag? Internet-Blogger: Aktion zu Lacoste-Schau

Bei der Farbattacke aufs KaDeWe am vergangenen Donnerstag war möglicherweise ein US-Aktionskünstler am Werk. In einem Blog im Internet schrieb gestern ein Unbekannter, er sei bei der Aktion um sechs Uhr früh im Auftrag eines amerikanischen Künstlers dabei gewesen. Dieser habe die Schaufensterfront mit einem Feuerlöscher besprüht, in dem grüne Farbe war. Zugleich habe er alles filmen lassen. Die Graffiti-Spritzerei stehe im Zusammenhang mit einer im KaDeWe geplanten Veranstaltung zum 75-jährigen Markenjubiläum des Textilherstellers Lacoste. Wie berichtet, wurden die Schaufenster auf einer Länge von rund hundert Metern besudelt. Das verwendete Grün entsprach der Farbe des Markenzeichens von Lacoste – einem kleinen Krokodil.

„Da hört bei uns jedes Verständnis auf“, sagte gestern Petra Fladenhofer, Sprecherin des KaDeWe. Das Kaufhaus sei völlig überrascht worden von dieser Nachricht und habe dann selbst mit Lacoste gesprochen. Dort habe man bestätigt, dass ein US-Künstler, der in dem Internet-Blog als Urheber der Aktion namentlich genannt wird, ursprünglich für ein Kunstprojekt zum Lacoste-Jubiläum vorgesehen war. Dabei sollten zehn Künstler zehn Schaufenster des KaDeWe gestalten – mit Installationen, Malerei oder Collagen. Der Amerikaner hätte sich allerdings geweigert, Lacoste sein Projekt vorher vorzustellen. Daraufhin sei er aus dem Künstlerkreis ausgeschlossen worden, erklärte Fladenhofer.

Die Polizei hielt sich gestern bedeckt. Man ermittle in alle Richtungen, hieß es. Die KaDeWe-Sprecherin versicherte, an der Aktion werde das Kaufhaus festhalten. „Wir wollen uns dieses schöne und kreative Projekt nicht kaputtmachen lassen.“ Der Firmen-Chef Michel Lacoste werde am Mittwoch kommender Woche persönlich zur Eröffnung nach Berlin kommen. gn/cs

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