Waschbär : Alex hat Bleiberecht

Die Fans von Waschbär Alex können aufatmen: Das Tier ist gesund und munter – und es gibt aus Senatssicht keinen Anlass, das Tier aus der Garage des Hotels "Park Inn" wegzufangen. Und auch eine weitere wichtige Frage ist geklärt: Alex ist ein Rüde.

Waschbär Alex
Alex. Die neue Hauptstadtprominenz darf im Parkhaus bleiben, vorerst jedenfalls. -Foto: Derk Ehlert

Berlin "Solange alles so bleibt wie jetzt, ist für uns die Welt in Ordnung“, sagt der Jagdreferent der Stadtentwicklungsverwaltung, Derk Ehlert. Er selbst hat sich in der Nacht zu gestern in der Garage auf die Lauer gelegt –  "und den Waschbären natürlich gesehen“, wie er lächelnd erzählt. Er hat Alex sogar so genau betrachten können, dass er jetzt bekannt geben kann: Der Waschbär ist ein Rüde, etwa ein Jahr jung, putzmunter und bei bester Gesundheit. Wie Ehlert das Geschlecht erkannt hat – er konnte das Tier doch nicht einfangen? "Das sieht man, wenn sich der Bär aufrichtet, ob er ein Gesäuge hat oder nicht.“ Von dem Tier gehe keinerlei Gefahr aus, man solle es auch in Ruhe lassen.

Ehlert zufolge hat das Hotel zwar die Möglichkeit, eine Ausnahmegenehmigung zum Fang zu beantragen. Doch dieser würde sicher nicht stattgegeben. Wie das "Park Inn“ jetzt weiter vorgeht, steht noch nicht fest. "Wir nehmen ernst, was der Senat vorgibt“, sagt Hotelmitarbeiterin Catharina Cora. Dennoch werde in der Direktion über den Bären diskutiert – denn es gebe vereinzelt Beschwerden von Gästen. Diese seien einfach verunsichert durch den Anblick eines wilden Tieres.

An den neuen Mitbewohner gewöhnen

"Das ist ja nachvollziehbar, aber wir müssen uns einfach an die neuen Mitbewohner in unserer Stadt gewöhnen“, sagt Ehlert. Ein paar Meter weiter, auf der anderen Seite des Alexanderplatzes, seien seit langem Füchse heimisch, daran störe sich auch niemand. Zudem seien überall in der Stadt Steinmarder zuhause. Ehlert zufolge hat sich Alex "eine perfekte Immobilie ausgesucht, wo ihm die Nahrung in die Schnauze fällt“. Verlaufen habe er sich jedenfalls nicht, wie das Hotel zunächst befürchtet hatte. Laut Ehlert soll Alex sein Quartier schon zu Jahresbeginn bezogen haben, erst durch den Medienrummel wurde das Tier ein Thema. Ein durchaus imageförderndes, darüber ist sich auch das Hotel bewusst. "Viele Gäste reagieren sehr positiv auf den Waschbären“, sagt Catharina Cora vom "Park Inn“.

Neben Alex gibt es in Berlin rund 150 freilebende Waschbärfamilien. Die Tiere halten sich gern nahe dem Wasser auf, etwa im Tiergarten. „Waschbären sind Opportunisten. Sie gehen, wohin sie wollen“, sagt Derk Ehlert. Gern dorthin, wo sie Müll und Essensreste als Nahrung finden. Wasser trinken sie aus Pfützen auf Dächern. Füttern und handzahm machen darf man die Tiere nicht. Darauf stehen sogar 5000 Euro Strafe.

Viele Berliner sorgen sich schon, dass Alex in der Garage überfahren werden könnte. Auch das Hotel macht sich darüber Gedanken. Alex haben wohl fast alle gern. kög

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