Weihnachtsbesuch : Alba-Tross in der Klinik

Die Basketballer von Alba-Berlin waren zu Besuch auf der Kinder-Krebsstation der Charité. Mit dabei waren Alba-Kapitän Patrick Fermerling und das gelbe Albatross-Maskottchen. Die jährliche Weihnachtsfeier wird vom Verein Kinderleben organisiert.

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Hier hält keiner den Schnabel. Die Kinder hatten viel Spaß. Foto: Davids/Zinken
Hier hält keiner den Schnabel. Die Kinder hatten viel Spaß. Foto: Davids/ZinkenFoto: DAVIDS

„Al-ba-tros! Al-ba-tros!“ rufen Kinder, Eltern und Spieler. Ohne Albatros kann die Weihnachtsfeier natürlich nicht losgehen. Mit einer kleinen Verspätung trottet das flauschige Maskottchen der Basketballer durch den Flur der onkologischen Kinderstation im Virchow-Klinikum der Charité. Er setzt sich in die Mitte, auf den Boden, wer will, darf ihm seinen plüschigen Kugelkopf kraulen. Manchmal stößt sein knallgelber Schnabel an einen der Infusionsständer, die manche Kinder neben sich stehen haben. Aber das stört nicht weiter, alle hier wissen, wie man damit umgehen muss: Ärzte und Pfleger sowieso, Kinder und Eltern – und die Basketballer von Alba Berlin. Seit einigen Jahren kommt die Mannschaft zur Weihnachtsfeier, die vom Verein Kinderleben organisiert und durch Spenden und Sponsoren finanziert wird.

Kapitän Patrick Fermerling ist zum fünften Mal dabei. Ein bisschen zusammengefaltet sieht der 35-Jährige aus, wie er zwischen Kindern und Eltern auf seinem Kinderstuhl sitzt, das Textblatt zum Weihnachstliedersingen in der Hand. Als er zum Geschenkeverteilen aufsteht, muss er den Kopf unter der mit Papiersternen geschmückten Decke ducken. 2,15 Meter ist er groß, sogar in einem Raum voller Basketballer ist er mit Abstand der Größte.

Vor dem neunjährigen Maurice Person geht der Nationalspieler auf die Knie, er drückt ihm sein Geschenk in die Hand. „Was ist das?“, will Maurice wissen. „Was hast du dir denn gewünscht?“ fragt der Sportler zurück. Maurice murmelt etwas, „Star Wars“ ist zu hören, Fermerling ermuntert zum sofortigen Auspacken. Das bringt aber eine klitzekleine Enttäuschung – denn im Paket ist nicht das ersehnte Spezialgerät, sondern ein ferngesteuertes Auto. Jetzt muss Maurice hoffen, dass seine Mutter ihm erlaubt, das Auto zu Hause im Flur ordentlich düsen zu lassen – und so, wie Angelika Person lächelt, wird er bald die ersten Runden drehen können. „Wir dürfen zum Glück nach Hause“, sagt sie. Erst vor wenigen Wochen ist bei Maurice eine akute lymphoblastische Leukämie diagnostiziert worden, nach zwei Wochen auf der Station hat er jetzt eine Pause. Die Weihnachtsfeier ist für ihn und seine Familie eine fröhliche Abwechslung.

Nach der Geschenkeausgabe schreiben die Sportler Autogramme und posieren für Erinnerungsfotos, Patrick Fermerling und der Albatros sind besonders begehrte Motive. Auch Professor Günter Henze, Chefarzt der Kinderkrebsheilkunde, holt sich ein Autogramm von Albatros. Das Maskottchen muss dann allerdings eine für ihn womöglich nicht ganz so schmeichelhafte Bemerkung über sich ergehen lassen. Als er einem Dreijährigen sein Autogramm in die Hand drückt, hält es dieser freudestrahlend hoch und sagt: „Da ist die Ente ja auch drauf!“

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