Stadtleben : Wenn 55 555 Steine fallen

16-Jähriger organisiert Domino-Day in Spandau

Rainer W. During

Besucher dürfen die Sporthalle der Spandauer Kinkel-Schule an der Seecktstraße derzeit nur vorsichtig betreten. Jede Erschütterung, jeder Luftzug, könnte 55 555 Dominosteine zum Einsturz bringen. Doch erst am Freitagabend – am 8.8. um acht Uhr acht und acht Sekunden, soll das 14-minütige Spektakel starten und zum Berliner Domino-Rekord führen.

Der vom Fernsehen live übertragene Domino Day in Holland, bei dem in einer Kettenreaktion umstürzender Steine immer neue Kunstwerke entstehen, macht alljährlich weltweit Furore. Vor sieben Jahren gehörten auch der heute 16 Jahre alte Max Poser und sein ein Jahr jüngerer Freund Mike Heide zu den Zuschauern. 2007 reiste Max nach Holland, um dort beim Aufbau von 30 000 Steinen für ein Individual Domino Toppling zu helfen.

Schon da arbeitete der Gymnasiast an den Plänen für eine eigene Show. Anderthalb Jahre dauerte die Planung. Jetzt stellte der Bezirk die Halle zu Verfügung. Sechs Freunde aus den Niederlanden und vier Fans aus Deutschland sind angereist, um die beiden Spandauer zu unterstützen. In nur zweieinhalb Tagen haben sie die Steine aufgebaut. Als am Montagabend fast alles fertig war, packte die Jugendlichen der Ehrgeiz und es wurde eine Spätschicht eingelegt, bis auch der 55 555. Stein stand.

Film und Fernsehen ist das Motto des Showbildes, dessen Erbauer sich in ihrem Kunstwerk ganz wie in Hollywood auf einem „Walk of Fame“ verewigt haben. Liebe, Horror und Science Fiction sind die Schwerpunktthemen der einzelnen Motive. Wenn Profi-Aufbauerin Sandra Hufnagel, die schon zweimal beim großen Domino Day dabei war, am Freitagabend den Anstoß gibt und alles gut geht, wird unter anderem ein Herz erstrahlen, ein Ufo erscheinen, eine Skeletthand zuschlagen und am Ende die Titanic sinken. Maximal 85 Zuschauer finden dabei in der Sporthalle Platz. Sie werden in Grüppchen durch eine Luftschleuse zu ihren Plätzen gelotst, damit nicht noch im letzten Moment ein falscher Luftzug eine Domino-Katastrophe auslöst. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr, Karten zum Preis von zehn Euro gibt es im Vorverkauf auf www.dominorecordberlin.de. Der Erlös geht an eine Spandauer Jugendeinrichtung. Rainer W. During

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