Stadtleben : Wenn Stars einen zwitschern

Tops und Flops der Berlinale

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Aufgenommen. Ashton Kutcher stellte Berlinale-Fotos ins Internet. Foto: AFP

Der Abspann für die Berlinale ist gelaufen, zehn Tage mit glänzenden Auftritten sind vorbei. Wir kehren die letzten Berlinale-Splitter zusammen.

Stargezwitscher. Schauspielerin Demi Moore und ihr Mann Ashton Kutcher twittern während der Berlinale Amüsantes und Belangloses in die Welt hinaus. Ashton stellte sein selbstgedrehtes Video vom roten Teppich ins Internet.

Schöne Menschen entstellt nichts. Leonardo DiCaprio war zur Gala Cinema for Peace da – und brachte ein Foto von 1988 mit. Darauf zu sehen: Er selbst im Alter von 14 Jahren an der Mauer. DiCaprio trägt auf dem Bild Radlerhosen.

Runter vom Trittbrett. Cinema for Peace will in Berlin nicht nur mit der Anwesenheit von großen Stars bei der Gala glitzern, sondern die „Oscars mit Köpfchen“ etablieren. Im Schatten der Berlinale wird das nie gelingen. Würde man die Gala auf den Sommer verlegen, würden die Inhalte besser wahrgenommen und auch der Verdacht, dass die Gala-Macher sich mit Berlinale-Federn schmücken und ein Festival, an dem sie selber gar nicht beteiligt sind, für ihre Zwecke ausnutzen wollen, verlöre die Grundlage.

Bärige Werbung. Birgit Minichmayr bekam als beste Hauptdarstellerin den Silbernen Bären – und freute sich so grundehrlich, wie man das zum Beispiel bei den Oscars selten sieht. Das Beste wäre jetzt natürlich, wenn wegen der Ehrung mehr Berliner in die Volksbühne gingen – denn dort ist dieSchauspielerin in „Endstation Amerika“ zu sehen.

Schlecht aufgelegt. Eine Sache ist schwer zu verstehen: Mehr als zwei Jahrzehnte brauchte die Zunft der DJs, bis wirklich jeder kapiert hatte, dass es sich beim Plattenauflegen um eine Kunstform handelt. Diese Sicht der Dinge ist zum einen durch eine gewisse Giulia Siegel in Gefahr, die angibt, das sei ihr Broterwerb. Andererseits aber auch durch Fotos, auf denen Wim Wenders als DJ zu erkennen ist. Es gibt wirklich nur ganz wenige, bei denen Kopfhörer gut aussehen.

Großes Kino. Die Technik kann in jedem Kino mal versagen, diesmal eben bei „Chéri“ im Friedrichstadtpalast. Gegen die neue Spielstätte spricht das nicht, sie hat sich bewährt: Mehr Platz fürs Publikum entstand, und das Festival wurde dezentralisiert, ist an einem weiteren Ort präsent – und nächstes Jahr wieder.

Nichts auf Tasche. Die Berlinale-Taschen begleiten uns nun durch den Rest des Jahres, dank Herrn und Frau Wichtig, die das Statement „Ich bin ein Cineast“ nicht ablegen wollen. Wie langweilig. Immerhin ist die ein Wirtschaftsfaktor – 4000 Stück wurden verkauft.

Jury mit Star-Köchin. Der fremde Blick ist immer gut und die Wahl von Alice Waters als Jurymitglied ist der ultimative Beweis dafür, dass die Berlinale nicht im eigenen Saft kocht. ac/Bi/hey

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