• Potsdamer Neueste Nachrichten
  • Bootshandel
  • Qiez
  • zweitehand
  • twotickets
  • Berliner Köpfe
  • wetterdienst berlin

West-City : Das Riesenrad am Zoo lässt auf sich warten

09.12.2008 00:00 UhrVon Christian van Lessen
232906_0_1cdc64f1Bild vergrößern
So könnte das Riesenrad am Zoo aussehen. - Grafik: ddp

Vor fast sieben Jahren begann die Diskussion um das große Rad in Berlin. Die Aussichten für das City-Projekt sind schwindelerregend, aber auch ernüchternd. Noch wird über Gelände-Altlasten verhandelt.

Ein Riesenrad vermittelt Weisheiten. Es kommt leicht oder schwer in Fahrt, es geht gern rund, wer’s in Schwung bringt, dreht ein großes Rad, vielleicht dreht er auch durch. Es klemmt und trudelt, es kommt ins Schwanken, kann selbst unters Rad geraten. Seine Gondeln sind mal oben, mal unten, immer in der Schwebe. Ein Riesenrad ist eben eine Berg- und Talfahrt. Es geht zu wie im richtigen Leben.

Warum soll es beim Berliner Aussichtsrad anders sein? Anders sind nur seine Kosten von120 Millionen Euro und seine versprochene Größe von 175 Metern, die es von mickrigen Exemplaren unterscheidet, die sich auf Volksfesten und Weihnachtsmärkten drehen.

Auch will es nach Auskunft seines Bauherrn und der Behörden lieber „Aussichtsrad“ genannt werden. Der Gigant ist schon geschrumpft. Als der symbolische Spatenstich auf dem Gelände des alten Zoo-Wirtschaftshofs fast genau vor einem Jahr gefeiert wurde, sollte das Rad zehn Meter höher ausfallen. Da war auch ein Drehbeginn Ende 2009 geplant.

243975_0_305ec789.jpegBild vergrößern
Hinterm Bahnhof Zoo. Gleich neben den Gleisen ist das Rad geplant. Foto: dpa

Nun müssen Genehmigungen für die neugeplante Abflughalle eingeholt werden. Sie ist, weil sie den Kostenrahmen zu sprengen drohte, einfacher, schlichter ausgefallen, in Absprache mit den Behörden. Das Gebäude ist nicht mehr rund und wellenförmig, sondern eckig. Das Genehmigungsverfahren werde Zeit kosten, das sei doch logisch, meint der Investor. „Ich habe noch 2010 im Visier“, sagt Michael Waiser, Geschäftsführer der Great Berlin Wheel, einen genauenTermin will er nicht nennen. Ihn ärgere das Gerede und Spekulieren über sein Projekt. Er wolle in Ruhe arbeiten.

Baugenehmigungen seien kein Grund zur Verzögerung, meint dagegen die Senatorin für Stadtentwicklung, Ingeborg Junge-Reyer (SPD) und Mittes Baustadtrat Ephraim Gothe (SPD) kann ihr nur zustimmen. Er hat versprochen, die kleinere Variante der Abflughalle bis spätestens März 2009 zu genehmigen. Aber zuvor muss er spätestens in diesem Monat einen Bauantrag auf dem Tisch haben.

Es geht auch noch um die vermutete Schadstoffbelastung in den alten Gebäuden des Wirtschaftshofes, dessen Gelände Waiser für 25 Millionen Euro gekauft hat. Die Gebäude aus den fünfziger Jahren müssen abgerissen werden, bevor überhaupt die Baugrube für das Riesenrad ausgehoben werden kann. Der Investor ist der Ansicht, dass sich das Land Berlin an der Altlastenbeseitigung – möglicherweise Asbest? – beteiligen muss. Das Land aber ist der Ansicht, dass es nur ab einer gewissen Schadenshöhe in Anspruch zu nehmen ist. Noch wird darüber verhandelt, dann müssen Bodengutachten des Investors vorliegen, diese Untersuchungen sollen wiederum von Fachleuten des Senats begutachtet werden, wenn sich das Land an den Kosten beteiligt. Dann müssen die Altlasten-Sanierungsarbeiten ausgeschrieben werden. Das alles klingt reichlich zeitraubend.

Das Aussichtsrad wird, wenn es gebaut wird, immer noch höher sein als das große Vorbild London Eye mit seinen 135 Metern, an dem übrigens sieben Jahre gearbeitet wurde. Vor fast sieben Jahren begann die Diskussion um das große Rad in Berlin, um seine möglichen Bauherren, um seine Standorte. Die Aussichten für das große City-Projekt sind schwindelerregend, aber auch ernüchternd. Das gehört nun mal zu einem Riesenrad. Auch wenn es sich noch gar nicht dreht. Christian van Lessen

Sie wollen wissen, was in Berlin läuft? Gönnen Sie sich an jedem Werktag 5 Minuten Lesespaß! Geben Sie hier einfach Ihre E-Mail-Adresse an, um den Newsletter ab morgen zu erhalten.

  • Berlin to go: täglicher Newsletter
  • morgens um 6 Uhr auf Ihrem Handy
  • von Chefredakteur Lorenz Maroldt
weitere Newsletter bestellen Mit freundlicher Unterstüzung von Babbel
Hier twittert die Stadtleben-Redaktion des Tagesspiegels. Tipps und Trends, Themen und Termine - alles, was die Stadt bewegt:



Machen Sie mit und verlinken Sie Ihre morgendlichen Fotos mit dem Hashtag #gmberlin. Oder schicken Sie Ihre Fotos wie gewohnt an leserbilder@tagesspiegel.de! Wir freuen uns auf Ihre Bilder!


Die ersten Ergebnisse sehen Sie in unserer Fotostrecke.


Tagesspiegel lokal

Kreuzberg Blog

Berlin ist Kreuzberg. Und umgekehrt. Kaum ein anderer Berliner Bezirk wird so stark mit der Hauptstadt in Verbindung gebracht wie Kreuzberg. Was die Kreuzberger bewegt, viele Kiezgeschichten und Meinungen lesen Sie im hyperlokalen Projekt des Tagesspiegels.
Zum Kreuzberg Blog


Ku'damm-Blog

Alle reden vom neuen Aufschwung am berühmten Berliner Kurfürstendamm. Wir zeigen die Fortschritte, aber auch Schattenseiten der Entwicklung in der westlichen Innenstadt und stellen die Menschen dort vor. Machen Sie mit beim Ku'damm-Blog!
Zum Ku'damm-Blog


Pankow-Blog

Pankow boomt. Das Gebiet nördlich vom Prenzlauer Berg wächst rasant. Zu DDR-Zeiten lebten hier vor allem Diplomaten, Funktionäre und Künstler; nun kommen Familien aus dem Prenzlauer Berg hinzu. Eine interessante Mischung. Wir berichten, wie sich das alte Pankow verändert und wer es verändert. Und wir erzählen Geschichten aus der Zeit vor 1989. Die sind spannender als jeder Krimi.
Zum Pankow-Blog


Wedding Blog

Der Wedding lebt. Nur wie? Finden wir es heraus, gemeinsam. Wir: die Leser und die Journalisten des Tagesspiegels. Wir schreiben: Ein Blog über den Wedding. Den alten. Den neuen. Den guten. Den schlechten. Und den dazwischen. Früher Bezirk, bis heute Ereignis. Machen Sie mit beim Wedding Blog!
Zum Wedding Blog


Zehlendorf Blog

Zehlendorf – fein, langweilig, reich? Denkste! Wir hinterfragen gemeinsam mit Jugendlichen, Erwachsenen, Prominenten Klischees und schreiben spannende Geschichten aus dem Stadtteil: über Menschen, lokale Politik und ein Lebensgefühl mit Wasser und Wald. Schreiben Sie mit am Zehlendorf Blog!
Zum Zehlendorf Blog
Service

Tagesspiegel twittert

Empfehlungen bei Facebook

Unser HTML/CSS Widget (statisch)

Veranstaltungen im Tagesspiegel

In unserem Verlagsgebäude finden regelmäßig Salons, Vorträge und Debatten statt, zu denen wir Sie herzlich einladen.

Weitere Themen

Der Tagesspiegel im Sozialen Netz