Stadtleben : Wie James Bond singen lernte

In den nächsten Wochen kommt jede Menge Filmprominenz nach Berlin Auch Pierce Brosnan ist dabei – im Musical „Mamma Mia!“

Markierte man in einem Berliner Stadtplan alle Straßen und Plätze farbig, die bereits als Drehorte genutzt wurden, gäbe es wohl nicht mehr viele weiße Flecken. In dieser Woche beispielsweise ist die Königsmarckstraße in Grunewald dran, eine ruhige, dicht von Bäumen gesäumte Wohnstraße am Roseneck. Dort entstehen Szenen zum Actionfilm „Ninja Assassin“, nach „V for Vendetta“ und „Speed Racer“ der dritten Babelsberg-Produktion der Wachowski-Brüder. Regie führt James McTeigue, der sich als Second-Unit-Director der „Matrix“-Reihe Sporen verdiente und dann selbst erstmals bei „Vendetta“ im Regiesessel Platz nehmen durfte. Der südkoreanische Popstar Rain spielt mit, ebenso die Schauspielerin Naomi Harris, die in „Fluch der Karibik“ die Hexe Tia Dalma war, wie auch der koreanisch-amerikanische Schauspieler Rick Yune. Er war einer von James Bonds Gegenspielern in „Stirb an einem anderen Tag“, dem letzten 007-Film mit Pierce Brosnan.

Die Dreharbeiten zu „Ninja Assassin“ dauern bis Ende Juni, Yune und Brosnan dürften sich also knapp verpassen. Erst am 2. Juli kommt der irische Schauspieler nach Berlin, gemeinsam mit Kollegin Meryl Streep und Regisseurin Phillida Llyod, um hier die Premiere ihres Films „Mamma Mia!“ zu feiern. Das ist die Kinoversion des Musicals mit den Songs von Abba. Derzeit läuft es im Theater am Potsdamer Platz. Zur Premiere im Oktober waren auch Björn Ulvaeus und Anni-Frid Reuss, die eine Hälfte des ehemaligen Gesangsquartetts, gekommen. Von 007-Darstellern wird musikalisches Können in der Regel nicht verlangt, sie dürfen allenfalls mal pfeifen – Brosnan in seiner neuen Rolle allerdings musste mit Meryl Streep sogar singen.

Der Besuch des singenden Schauspielerpaares ist nur eine weitere Station in einer unendlichen Reihe von Berlin-Visiten prominenter Filmkünstler, mit denen die Verleihfirmen auf ihre neuesten Produkte aufmerksam machen. Im Juli oder August ist mit Adam Sandler zu rechnen, der für „Leg dich nicht mit Zohan an“ wirbt. Besonders ergiebig für Autogrammsammler aber wird der kommende Monat. Am 10. Juni etwa wird Regisseur Timur Bekmambetov erwartet, der gemeinsam mit seinen Stars James McAvoy und Thomas Kretschmann Interviews zu seiner Comicverfilmung „Wanted“ gibt.

Am 17. Juni ist wieder mal Will Smith in der Stadt, mit seinen Kollegen Charlize Theron und Jason Bateman sowie Regisseur Peter Berg. Es gibt Interviews, womöglich auch eine Premiere zu der Actionkomödie „Hancock“. Will Smith spielt diesen Hancock, einen Superhelden in Los Angeles, der angesichts der Verwüstung, die seine Heldentaten regelmäßig hinterlassen, den Mitbürgern aber mehr und mehr auf die Nerven geht.

Eine Bühne voller Stars gibt es zur Premiere des Trickfilms „Kung Fu Panda“ am 23. Juni. Von den Originalsprechern werden sich Jack Black, der den Titelpart übernommen hat, sowie Dustin Hoffman im Scheinwerferlicht sonnen, die deutsche Panda-Stimme Hape Kerkeling kommt, dazu sind Gottfried John, Ralf Schmitz, Bettina Zimmermann und Cosma Shiva Hagen angekündigt sowie Produzent Jeffrey Katzenberg und die Regisseure John Stevenson und Mark Osborne. ac

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