Winterdienst bei der BSR : Unterwegs mit dem ''großen Streuer''

Mitarbeiter der Berliner Stadtreinigung haben in diesen Tagen alle Hände voll zu tun, um die Straßen der Hauptstadt von Eis und Schnee zu befreien. Einer von ihnen ist Uwe Assmann. Seit 24 Jahren ist er bei der BSR im Einsatz.

Uwe Assmann im BSR-Winterdienst
Auf Streutour. Uwe Assmann in seinem Dienstfahrzeug: Er fährt eines der großen Streufahrzeuge der BSR. -Foto: Jessica Binsch

Geschickt manövriert Uwe Assmann das orangefarbene Streufahrzeug die Straße entlang. Seit fast 24 Jahre ist er bei der Berliner Stadtreinigung (BSR) tätig, mit dem großen Streuwagen mit Schneepflug kennt er sich aus. Assmann ist einer der ersten, die bei Schnee und Eis noch in der Nacht die Straßen frei räumen.

Diese Jahr hatte er schon viel zu tun: Seit neun Tagen ist er im Dauereinsatz, zehn Stunden pro Schicht. Die Frühschicht beginnt um drei Uhr nachts. "Man gewöhnt sich dran", sagt er zum frühen Aufstehen. "Aber Samstag und Sonntag zu arbeiten, ist für die Frau auch blöd." Der Schichtdienst führt dazu, dass er seiner Frau schon mal am Sonntag Tschüs sagt, um sie erst am Freitag danach wieder zu sehen. Aber die Familie nehme Rücksicht: "Die wissen ja alle, wo ich arbeite." Leider richtet sich das Wetter nicht nach Feiertagen: Vor drei Jahre musste er an Heiligabend zum Dienst.

Assmann ist im Winter auf Rufbereitschaft. Wenn er bis 21 Uhr angerufen wird, muss er morgens raus. "Ich stehe um zwanzig nach eins auf, damit ich um drei Uhr hier bin", sagt er. Allerdings kommt er meistens etwa eine halbe Stunde früher und kümmert sich um die Übergabe mit dem jeweiligen Kollegen aus der Nachtschicht. Dann steigt er im BSR-Regionalzentrum Reinickendorf in einen der "großen Streuer", wie er sie nennt, und beginnt seine Runde. Die dauert etwa eine Stunde, im Berufsverkehr eineinhalb. Drei Tonnen Feuchtsalz fasst der Streuwagen. Wie viel davon abgegeben wird, kann Uwe Assmann vom Fahrersitz aus regulieren.

Unterwegs keine Currywurst

Auf seinen Touren weist ihm ein GPS-System den Weg. Assmann findet die moderne Technik hilfreich: "Das Navi ist eine ganz große Erleichterung. Früher gab es im Fahrzeug kein richtiges Licht, da mussten wir im Dunkeln auf Stadtplänen nachgucken." Nach Ende seiner Tour werden die Daten an die Einsatzleitung versendet, die so immer genau weiß, wo ihre Fahrer unterwegs waren. "Ich kann nicht anhalten und eine Currywurst essen, das merken die gleich", schmunzelt Assmann.

Mit dem großen Streufahrzeug ist er für die Hauptverkehrsstraßen zuständig. Auch die Autobahnen gehören zu seinem Revier: "Da fahren wir dann zu zweit, der Linke schmeißt den Schnee zum Rechten und der Rechte auf den Standstreifen." Der Schneepflug kommt allerdings nur zum Einsatz, wenn mehr als drei Zentimeter Schnee liegen. "Das sind dann noch mal zwei Meter links und rechts", die das zusätzliche Gerät einnimmt. Mit ihren Fähnchen und Blinklichtern sind die Räumfahrzeuge aber kaum zu übersehen.

Streuwagen unterwegs
Bei der Arbeit. Der Streuwagen verteilt zwischen zehn und 25 Gramm Feuchtsalz pro Qaudratmeter Straße. -Foto: Jessica Binsch

Dauereinsatz gegen Schnee und Glätte



Über einige Autofahrer ärgert sich Assmann: "Die versuchen, uns abzudrängen oder schneiden uns." Die Busfahrer seien da rücksichtsvoller, ließen die Streufahrzeuge auch mal vor.

Am Ende seiner Schicht bereitet Assmann das Fahrzeug für den nächsten Kollegen vor. Er füllt Feuchtsalz nach, tankt auf. "Wir sprechen uns ab, legen auch schon mal einen Zettel in den Wagen." Bei extremen Wintereinbrüchen wie vergangene Woche ist die BSR mit bis zu 2000 Mitarbeitern im Einsatz. Mit den Kollegen kommt er gut zurecht.

Zu Hause wird er "erstmal den Fernseher anmachen und eine Stulle essen". Danach kann er schlafen. Und am nächsten Morgen steht er, wenn nötig, wieder früh auf. jnb

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