Wowereit 2.0 : "Der Bürger ist Teil der Kampagne"

Zum ersten Mal ging ein Regierender Bürgermeister Berlins live im Internet vor die Öffentlichkeit. Das Thema konnte nicht besser zu diesem Ereignis passen. Es ging um die neue Image-Kampagne des Landes Berlins. Klaus Wowereit lädt die Bürger ein, ihre Lebensgeschichte zu veröffentlichen.

Berlin"Sei Stadt, sei Wandel, sei Berlin", prangte schon gestern mit großen Buchstaben auf einem Plakat vor dem Roten Rathaus. Es wurde lange in der Stadt darüber diskutiert, warum Berlin eine Imagekampagne benötige. Immerhin gibt das Land mehr als zehn Millionen Euro dafür aus. Vor allem fragen sich viele, ob Berlin überhaupt unter einen annehmbaren Begriff darstellbar ist. Eine dritte offene Frage ist, was denn eine solche Kampagne alles benötige. Gestern trafen sich dafür der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) und die einberufenen zwölf Mitglieder des "Berlinboards" zum zweiten Mal.

Heute Mittag um 12:30 Uhr war es dann soweit: Der Regierende Bürgermeister begründete, warum die Kampagne "Be Berlin" vom Land Berlin genannt und finanziert wird. Es war keine weltbewegende Nachricht zu erwarten. Inoffiziell war ja schon Ende vergangener Woche durchgesickert, dass die neue Werbekampagne "Be Berlin" heißen wird. Es gab dann aber doch etwas zu berichten. Auf der offiziellen Webseite Berlins www.berlin.de konnten die Bürger seine Rede über einen sogenannten live-Stream mitverfolgen.

Die Willkommenskultur muss sich verbessern

"Mit der Markenkampagne wollen wir Berlin nicht nur nach außen verkaufen, sondern Innovation in die Stadt holen. Berlin ist schon heute eine der innovativsten Städte der Welt, aber wir können noch mehr machen," sagt er im Internet. Ihm liege viel an der "Willkommenskultur", die sich noch verbessern müsse. Zum einen soll jeder einzelne Berliner der Botschafter sein können und zum anderen sei Berlin eine Metropole, die weltweit Beachtung finde.

In Kürze werde jeder Bürger Post bekommen und eingeladen, seine Geschichte aufzuschreiben und an das Rote Rathaus zu schicken. Auch werde der Senat im Radio und im Fernsehen den Bürger bitten, an der Kampagne Teil zu haben. Die Geschichten sollen "authentisch, originell und mutig" sein. Besonderes Augenmerk legte Wowereit auf das Engagement. Sie dienten als Vorbild und machten die anderen stolz, Berliner zu sein. Und eines lag Wowereit besonders am Herzen: der Spaß! Denn "mit dem Spaß ist das in Berlin so eine Sache," bemerkte Wowereit zweideutig am Rande.

"Die ganze Welt wird auf uns schauen"

Die Kampagne hat zwei Stufen. Bis zum Ende des Jahres, sollen die Bürger sich am Sammeln der Geschichte beteiligen. Es soll über das Leben in der Stadt diskutiert werden. 2009 werde, laut Wowereit, ein ganz besonderes Jahr. "Der 9. November 1989 hat die Welt verändert. Berlin ist das Symbol für diese Veränderung. Die ganze Welt wird auf uns schauen," sagte Wowereit. Die Kampagne "Be Berlin" solle darstellen, was sich verändert hat und wie die Berliner ihre Zukunft sehen. Besonders hob der Regierende Bürgermeister drei Dinge seiner Agenda hervor: die internationale Elite nach Berlin zu holen, die soziale Verträglichkeit zu verbessern und mehrsprachigen Kindern eine Chance innerhalb der Gesellschaft zu geben. (ml)

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