Berlin : Stadtmenschen: Adelsschau

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Mittwochabend auf der Vernissage. Wenn eine Prinzessin malt, dann setzt sie sich leicht dem Vorurteil aus, dass die Dame wohl einen Zeitvertreib braucht. Ob Ingeborg zu Schleswig-Holstein eine Freizeit-Malerin oder Künstlerin ist, war während der Vernissage zur Ausstellung am Mittwochabend in den neuen Räumlichkeiten der Werbeagentur DDB schwer zu beurteilen. Peter Raue, Vorsitzender der Freunde der Nationalgalerie, lobte ihren künstlerischen Werdegang - nach dem Kunststudium in New York sei sie sogar Mitglied der "Factory" von Andy Warhol gewesen. Andererseits hielt sich die Malerin mit konkreten Angaben über ihr Werk zurück: Prinzessin, was wollen Sie mit Ihren abstrakten Gemälden in knallig Pink-Rot ausdrücken? Prinzessin: "Tja, das kann ich so pauschal nicht sagen." Prinzessin, wie lange haben Sie denn für eines dieser riesigen Dinger gebraucht? "Hm, genau ist das nicht zu sagen." Immer wieder unterbrochen von Bussis für Neuankömmlinge: für Ehemann Nikolaus Broschek oder für den Journalisten Klaus Bresser. Aber eigentlich waren die Werke auch gar nicht so wichtig. Das fand nicht nur Gastgeber und DBB-Geschäftsführer Paul Steentjes: "Die Bilder interessieren mich gar nicht." Adelige gucken hatten die Gäste eher im Sinn: zum Beispiel Polylux-Macherin Tita von Hardenberg, Gräfin Christina Szapary oder Christine Gräfin Adelmann. Und, tatsächlich, auch die Künstlerin-Mama war gekommen: Herzogin Marie-Alix zu Schleswig-Holstein.

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