Berlin : Stadtmenschen: Ausruhen auf einer Schweizer Bank

cdz

Die Schweizer ticken etwas anders. Direkt vor dem Kanzleramt, wo Bauarbeiter, Bierzapfer und Bassboxen-Aufsteller lautstark den "Tag der offenen Tür" vorbereiten, da wollen die Schweizer Ruhe haben. Seit gestern, seit der feierlichen Übergabe, steht sie nun am Eingang der Botschaft: Eine Schweizer Bank. Auf der man ausruhen kann. Als Lehne dienen ein aus Holz ausgesägter Berliner Bär und ein Löwe, der Zürcher Leu.

Der Präsident der der Zürcher Tourismusgesellschaft Franz A. Türler übergab die Bank an die Botschaft. In Zürich stehen schon 1075, das hier ist also die 1076., ein Sitzmöbel im Exil. Sie steht direkt unter der Laub-Abwurfmaschine, die alle zwölf Minuten - das ist die Grundeinstellung - ein Laub-Blatt aus buntem Papier in die Vorhalle fallen lässt. Mit einem Spruch drauf: "Sei meine Braut und ich Dein Laub".

Shawne Borer-Fielding, die Ehefrau des Botschafters, war nicht dabei, in Baden-Baden sei sie, auf einer Reise, entschuldigt sich Thomas Borer. Dafür hatte er die Direktorin von Zürich Tourismus an seiner Seite: Edith Strub probierte die Bank gleich aus, zuerst mit den Herren, dann allein. Die Laub-Abwurfmaschine beschleunigte: Zehn Blätter auf einmal spuckte sie jetzt aus. Eine Nebelkanone spie grauen Dunst. Die Fotografen waren unzufrieden. Warum ist Frau Borer-Fielding nicht da?

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