STADTMENSCHEN  : Beim Glamour hat Italien die Nase vorn

Foto: dapd Foto: ddp
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Für die immer notorisch eilige Hauptstadtgesellschaft war es eine echte Hürde, die Italiens Botschafter aus Anlass seines 150. Nationalfeiertages aufgelegt hat: Drei Stunden Kino statt Partyhopping und das an einem Abend, an dem überall in der Stadt etwas los war. Bei denen, die durchhielten, herrschte im Anschluss restlose Begeisterung über Luchini Viscontis Film „Il Gattopardo“. Für Mitgastgeber Hans-Reiner Schröder war der Abend sogar ein ganz besonderes Erlebnis, denn seine Augen wanderten immer wieder hin und her zwischen dem Geschehen auf der Leinwand und dem Gesicht seiner Sitznachbarin, der Hauptdarstellerin Claudia Cardinale, die den Film nach fast 50 Jahren wiedersah. „Sie hat gelacht, hat geweint, hat geküsst, sie war – im Film“, sagte Schröder später noch ganz ergriffen von den echten Tränen der Diva.

Am Kurfürstendamm feierte zeitgleich eine Ikone italienischen Lebensstils, denn nach acht Jahren gibt es wieder einen Flagship-Store von Prada in Berlin. Auf zwei Stockwerken und insgesamt 500 Quadratmetern gibt es Taschen, Schuhe und Kollektionen der kultigen Marke, die 1913 von Mario Prada, dem Großvater der Chefdesignerin Miuccia, gegründet wurde. Darüber freuten sich gemeinsam unter anderem Schauspielerin Iris Berben und ihr Sohn, der Produzent Oliver Berben, KaDeWe-Chefin Ursula Vierkötter, Vogue-Chefredakteurin Christiane Arp, Opernsängerin Nadja Michael und Berlins Chef-Friseur Udo Walz, der seinen Eindruck von dem neuen Geschäft in einem Wort zusammenfasste: „Hammer!“

Ein Shuttle zwischen den beiden großen Boulevards West und Ost wäre gut gewesen. Denn parallel zum Modegeschäft eröffneten Thorsten Dirks und Gunnar Bender von der E-Plus-Gruppe Unter den Linden 10 einen neuen Unternehmensstandort mit innovativem Kommunikationskonzept. Dort sollen sich künftig Blogger ganz analog treffen. Der langjährige Außenminister Hans-Dietrich Genscher und Schauspieler Erol Sander sahen sich das Terrain schon mal live an. Ganz in der Nähe, in der Mendelssohn-Remise, feierten die Iren ihren Nationalfeiertag St. Patrick’s Day, und im Hyatt waren rund 400 Gäste zur Verleihung des Reemtsma Liberty Awards zusammengekommen.

Viele, die sich vorher mehrfach getroffen hatten, ließen den Abend in der Italienischen Botschaft ausklingen. Auf der Glamour-Schiene preschen immer andere Länder vor. Mal Großbritannien und Frankreich, dann Russland, nun die Italiener mit viel Sinn für „Dolce Vita“. Das kann Berlin nur heiterer machen. Bi

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