STADTMENSCHEN : China wächst auch in Berlin

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Chinas Aufstieg lässt sich nicht übersehen – das gilt auch für Berlin. Die offensichtliche Anziehungskraft spiegelt sich schon in der Zahl der Gäste wider, die am Donnerstagabend in die Botschaft kamen, um den 64. Nationalfeiertag zu feiern, der an die Gründung der Volksrepublik 1949 erinnert. Mehr als 500 Gäste kamen in die chinesische Landesvertretung nach Pankow, darunter Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer, die Staatssekretärin im Auswärtigen Amt, Emily Haber und der Sicherheitsberater der Kanzlerin, Christoph Heusgen. Aber auch „Elder Statesmen“ wie der langjährige Außenpolitik-Experte der SPD, Ulrich Klose, und Michael Schäfer, bis vor wenigen Wochen deutscher Botschafter in Peking und nun Vorstandsvorsitzender der BMW-Stiftung, sowie der stellvertretende Generalinspekteur der Bundeswehr, Peter Schelzig.

Im Zentrum der Beziehungen steht die Wirtschaft, das ließ sich an der Zahl der Geschäftsleute und Wirtschaftsförderer ablesen, die zu diesem Anlass aus anderen Bundesländern nach Berlin gekommen waren. Das betonte auch der gleichermaßen leutselig wie selbstbewusst auftretende Botschafter Shi Mingde, in ausgezeichnetem Deutsch. Die seit einiger Zeit schrumpfenden Wachstumszahlen interpretierte er als Neuausrichtung auf „qualitatives Wachstum“; man wolle „Lebensstandard und Umwelt gleichermaßen verbessern“. 7,5 Prozent wirkten wohl „bescheiden“ im Vergleich zu den zweistelligen Zuwachsraten früherer Jahre, aber China habe damit „immer noch die höchste Rate in der Welt“. Der Ehrgeiz bleibt trotz Neuausrichtung ungebrochen: Bis 2020 wolle China sein Bruttoinlandsprodukt im Vergleich zu 2010 verdoppeln. Der strategische Partner dabei sei Deutschland, deshalb habe der neue Regierungschef Li hier seinen ersten Besuch in Europa gemacht. cvm

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