STADTMENSCHEN  : Dr. Motte und der Hitlergruß

Für die Presse posierte er erst vor wenigen Tagen breitbeinig mitten auf der Kastanienallee in Prenzlauer Berg, um gegen den umstrittenen Umbau der Straße zu protestieren. Doch kaum war das Foto veröffentlicht, da hatte Dr. Motte, alias Matthias Roeingh, schon wieder einen Auftritt in dieser Straße. Diesmal allerdings einen, der ihm vermutlich noch viel Ärger bescheren wird. Denn die Staatsanwaltschaft soll gegen ihn ein Strafermittlungsverfahren eingeleitet haben – wegen „Verwendens von Kennzeichen verfassungsfeindlicher Organisationen“.

Der Gründer der Loveparade soll am vergangenen Freitag nahe seiner Wohnung an der Allee falsch geparkt haben und von zwei Politessen daraufhin zur Rede gestellt worden sein. Der Vorfall ärgerte ihn offenbar sehr, das Gespräch eskalierte. Als schließlich eine Funkwagenbesatzung hinzukam und sich nach dem Grund des Streits erkundigte, soll er die Ordnungshüter als „Blockwarte“ beschimpft haben. Und dann, so der Vorwurf, habe Dr. Motte demonstrativ „Heil Hitler!“ gerufen.

In einem ähnlichen Fall wurde vor drei Jahren gegen den Berliner Schauspieler Ben Becker emittelt. Er soll bei seiner Ankunft am Flughafen Tegel Freunde mit zusammengeknallten Hacken und straff erhobenem Arm begrüßt haben. Er selbst bezeichnete dies damals als „Blödelei“. Doch 2009 wurde Becker dafür zu 5000 Euro Geldstrafe verurteilt. Der Hitlergruß ist rechtlich einem verfassungsfeindlichen Kennzeichen gleichgestellt. cs

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