STADTMENSCHEN : Duftprobe Suppenküche Euro-Spargel

Foto: Manfred Thomas
Foto: Manfred ThomasFoto: DAVIDS

Am Freitagabend war das Tempodrom in eine einzige große Duftwolke gehüllt. Rund 850 Gäste kamen zur Verleihung des Deutschen Parfümpreises „Duftstars“. Wolfgang Joop posierte mit Tochter Florentine auf dem diesmal lila Teppich. Auch Jette Joop war dabei. Mit „Homme Wild“ holte der Designer den Publikumspreis in der Kategorie „Prestige Herren.“ Unter anderem Eva Padberg, Christiane Paul, Christine Neubauer und Moderatorin Barbara Schöneberger inszenierten ihren persönlichen Duft mit glanzvollen Abendroben. 40 verschiedene Duftnoten hatte eine Schnüffel-Jury aus 100 Proben ausgewählt. Der Persönlichkeitspreis war für einen Mann vorgesehen. Dem ehemaligen Coty-Chef Bernd Beetz verdanken Fans von Kylie Minogue und Beyoncé, dass sie sich in die Düfte ihrer Stars hüllen können. „You Can’t Hurry Love“, sangen die „Supremes“, als hätten sie noch nie was von der Macht des richtigen Geruchs gehört. Bi

Vernissage auf Bötzow? Das wird es jetzt öfter geben. Der erste Bauabschnitt des alten Brauereigeländes an der Prenzlauer Allee 242 ist fertig, die historische Bausubstanz wurde in einer Art freigelegt, die Bauaufsicht und Feuerwehr gefällt – und am Donnerstag startete der Betrieb mit der Ausstellung „Futuring“ des Berliner Künstlerduos Eva & Adele. Und noch ein anderer Künstler ließ sich in die Werkstatt schauen: Tim Raue, der dort „La soupe populaire“ eröffnet, das dritte Berliner Restaurant unter seiner Regie. Hoch in der Halle schwebt eine mit alten Möbeln bunt zugeräumte Galerie, und das Essen ist dem jeweiligen Ausstellungsthema angepasst. In den ersten sechs Wochen gibt es also beispielsweise Königsberger Klopse und Stullen mit Schabefleisch, dann geht es amerikanisch weiter. An Raues Seite betreibt Gregor Scholl („Rum Trader“) die Bar „Croco Bleu“. Geöffnet ist donnerstags bis sonnabends von 12 bis 24 Uhr. bm

So viel Ehrlichkeit leisten sich nur Leute, die richtig viel zu tun haben. Sein Arbeitsplatz sei Europa, sein Zuhause aber Berlin, sagte Ex-Staatssekretär Jörg Asmussen zu Beginn des jährlichen Spargelessens der Berliner Pressekonferenz im Interconti-Restaurant Hugos: „Dies ist ein schöner Grund zum langen Wochenende rechtzeitig in Berlin zu sein.“ Anschließend führte das Mitglied des Direktoriums der Europäischen Zentralbank mit gekonnter Rhetorik und vielen gelungenen Metaphern vor, dass er seine Hausaufgaben vorher gründlich erledigt hatte. Die Stimmung in Europa verglich er mit dem Berliner Frühling: Lange grau und regnerisch kalt, aber zunehmend auch von Sonnentagen geprägt. Allerdings steht auch die typische Quengelfrage von Kindern im Auto weiter im Raum: „Wie lange dauert’s noch?“ Gemeint ist die Krise, die unerhörten Anstrengungen zur Rettung des Euro. Thomas Klein, der Vorsitzende der Berliner Pressekonferenz, war überrascht, wie still es im Saal war: „Stiller als letztes Jahr bei Steinbrück.“ Er habe auch noch nie in so kurzer Zeit so viele Zusagen bekommen. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit war da, Finanzsenator Ulrich Nußbaum, die Senatorinnen Dilek Kolat und Cornelia Yzer, RBB-Intendantin Dagmar Reim, außerdem Botschafter und Parteivorstände. Interessiert hörten sie sich an, wo Asmussen Reformbaustellen sieht. Unter anderem bei der Erhaltung der Infrastruktur: „Manchmal habe ich das Gefühl, wir können nicht mal mehr einen Bahnhof bauen.“ Dem darauf laut lachenden Regierenden Bürgermeister rief er zu: „Notenbanker sind eben taktvoll.“ Bi

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