Berlin : Stadtmenschen: Dunkle Schönheiten im Adlon

hema

Makellose Schönheiten - verführerisch erotisch und geheimnisvoll unnahbar zugleich - weckten am Sonnabend im Adlon die Begehrlichkeit etwa 250 geladener Gäste. Der verschwenderisch angebotenen "Entführung ins Paradies" konnte keine(r) widerstehen - die einen streichelten fast zärtlich die dunklen Schönheiten, andere griffen erfahren zu, viele auch gleich zum Scheck. Die Gastgeber Gerhard Leicht und Hans Schoeffel konnten sich freuen - ihr Kalkül ging auf. Die auf langen Tischen präsentierten Perlen, zwischen denen die aus Tahiti die Stars des Abends waren, gingen unter den aus ganz Deutschland angereisten Besucher ähnlich weg wie Lamadecken bei Kaffeefahrten. Sollten sie auch, schließlich wollte das 1996 mit dem "Oscar" der Juwelen-Kunst, dem Diamant-Award geehrte Juwelen-Haus Leicht verkaufen, was das Perlen-Haus Schoeffel liefert. Perlen "für mehrere Millionen Mark" seien es, hielt sich Juniorchef Georg Leicht bedeckt. Fast nicht bedeckt präsentierte sich dagegen eine tahitianische Tanzgruppe. So urwüchsig und temperamentvoll wurde im Adlon-Ballsaal noch nie getanzt. Kein Wunder, dass es auch tropfenförmige Perlen gibt. Erfuhr das geneigte Publikum doch vorher in einem Diavortrag, was man schon immer wusste - nur bei Preußens wird richtig geackert. In der Südsee nicht immer. Damit die dort gezüchteten Perlen auch wirklich zu runden Kostbarkeiten wachsen, müssen die sie umgebenden Austern regelmäßig gedreht werden. Anderenfalls werden die Perlen nicht rund. Und das werde eben manchmal vergessen, gab die Perlen-Referentin im Adlon kund, weil das damit beauftragte "Völkchen oft lieber tanzt und fröhlich ist". Mit diesem neuen Wissensstand ging es anschließend wieder über die Perlen her - und noch viel mehr über die jetzt gereichten Köstlichkeiten von Karlheinz Hauser aus der Adlon-Küche. Viele der Perlenfreunde nicht mehr jüngeren Alters müssen länger unterwegs gewesen sein - manche mochten nicht mal die Hauptspeise abwarten, sondern plünderten gleich das Dessert-Büfett. Ob die Präsidentin des Diplomatengattinnenclubs, Mania Feilcke, ihren Jochen am Abend plündern konnte und Perlen entlocken, muss offen bleiben. Locker legt wohl nicht mal ein ehemaliger CDU-Abgeordneter 120 000 Mark für Schoeffel-Perlen aus dem Hause Leicht hin.

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