Berlin : Stadtmenschen: Echte und "Modeprinzen"

hema

Bismarck gegenüber blickte ein Fischer in den Raum. Auch eine nackte Nixe - mit vielen anderen Skulpturen des Bildhauers Karsten Klingbeil die attraktive Kulisse für den Abend mit Friedrich dem Großen. Dazu hatte Ulla Klingbeil in das Atelier ihres Mannes und ihr Miniaturmuseum gleich daneben im Europarc Dreilinden eingeladen - wie üblich zu einem wohltätigen Zweck. Der Erlös soll 30 bronzene Tiere für die taubblinden Kinder im Potsdamer Oberlinheim finanzieren helfen. Die Karten für den Abend hatte die Benefizlady einer Marketenderin gleich bei gesellschaftlichen Terminen wie Sauerbier angeboten - mit Erfolg. Auch diejenigen, die nur kamen, "weil Ulla sonst nervt", waren begeistert wie Dieter Senoner aus der Senatskanzlei. Seine Frau Michèle hatte den Biefwechsel Friedrich II. mit Voltaire schon mehrmals gelesen, nun lernte sie einen neuen Friedrich kennen. "Wo es um Freundschaft geht, bin ich nicht zu übertreffen", las der Ost-Berliner Schauspieler Gunter Schoß mit sympathisch unaufgeregter Stimme preußisch Königliches vor, wozu der Querflötist Christian Lau ebensolche Töne angab. Schoß - in "Rosa Roth" der Chef von Iris Berben - ist seit seiner Rolle als Friedrich der Große in "Sachsens Glanz und Preußens Gloria" dem großen Preußen verpflichtet - was einem Zuhörer am Abend besonders gefiel: Friedrich Wilhelm von Preußen, einer der heutigen Nachfahren Friedrich II. Auch einen "Modeprinzen" gab es. So heißt das Buch über "Pompöös" alias Harald Glööckler, das er brandneu zu Friedrich Zwo mitbrachte. Dessen Schloss wurde anschließend besucht - en miniature.

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