Stadtmenschen : Ein Fest mit ernsten Noten

Den schönsten Teil des Festes zum Schweizer Nationalfeiertag konnten auch nicht geladene Gäste miterleben. Mit einem furiosen Feuerwerk, besonders grandios in seinem rotweiß funkelnden Finale ging der Samstagabend im Botschaftsgarten zu Ende.

BerlinObwohl das Feuerwerk schon Tradition ist, hatte man fast das Gefühl, als sollten damit die letzten noch vorhandenen Gewitterwolken über dem bilateralen Verhältnis vertrieben werden. Auf die hatte Botschafter Christian Blickenstorfer in einer ungewöhnlich ernsten Ansprache anfangs hingewiesen. Zuletzt gespeist beim Thema „Steueroasen“.

Die Beziehungen hätten sich verkompliziert, sagte der Botschafter. Dann ging er aber rasch auf die positiven Aspekte des Verhältnisses beider Länder über. Im Herbst kommen erstmals 30 schweizerische Soldaten auf einer deutschen Fregatte am Horn vom Afrika zum Einsatz, ein Novum für das Binnenland.

Auch wegen der Krise sei dieses Fest diesmal keine Selbstverständlichkeit, betonte der Botschafter. Der Text der Hymne, die nicht, wie in vielen Ländern, martialisch ist, sondern ausgesprochen poetisch, war auf den Einladungen abgedruckt. Mit den Geschwistern Pfister sangen nicht nur der Botschafter und seine Frau Susanne mit, sondern auch viele Gäste: „Trittst im Morgenrot daher,/ Seh’ ich dich im Strahlenmeer,/Dich du Hocherhabener, Herrlicher!...“. Der Doyen des Diplomatischen Corps, der Apostolische Nuntios Jean-Claude de Périsset, der selbst aus der Schweiz stammt, erzählte, dass diese Hymne eigentlich ein Gebet war, verfasst von einem Jesuiten. Unter den Gästen waren Abgeordnetenhauspräsident Walter Momper, der Chef des Historischen Museums Hans Ottomeyer, KPM-Chef Jörg Woltmann, Justizsenatorin Gisela von der Aue, Ex-Minister Jürgen Trittin und Bremens Staatsrätin Kerstin Kießler. Bi

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