Berlin : Stadtmenschen: Ein Hoffnungsfunke

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Zum ersten Mal lud die vor fast drei Jahren gegründete Bürgerstiftung Berlin zum Neujahrsempfang in die Villa Griesebach. Schirmherr Wolfgang Thierse hob hervor, dass diese Organisation mit vorbildlichen Projekten konkrete Beziehungen zwischen Teilen der Gesellschaft schaffe und dies in einer Weise, die der Staat mit seiner auch notwendigen Bürokratie einfach nicht leisten könne. Da zeige sich ein richtiger Begriff des Bürgers nicht nur als Bourgeois, sondern auch als Citoyen, der Zeit, Nerven und guten Willen einsetzt und Solidarität von Menschen für Menschen erfahrbar macht. Erklärtes Ziel der Stiftung ist es zu verhindern, dass Jugendliche untätig und ziellos herumhängen, Neonazis nachlaufen und auf Schwache und Angehörige von Minderheiten einprügeln. Zu den Projekten, die von der Bürgerstiftung derzeit gefördert werden, gehören ein Programm zur Wiedereingliederung von Schulverweigerern, Hausaufgabenhilfe für ausländische Kinder und ein Treffpunkt für junge Aussiedlerinnen. Gefeiert wurde, wie die Vorstandsvorsitzende Reinhild Winkler hervorhob, auch der Geburtstag eines neuen Kuratoriums, dem neben Richard Schröder, Richard von Weizsäcker und Giovanni di Lorenzo auch Marianne Birthler und die Ausländerbeauftragte Barbara John angehören. Unter den Teilnehmern des Empfangs war auch der ehemalige Botschafter und Mitinitiator Jörg Kastl, der sich besonders über die raschen Fortschritte der Stiftung freute. Thierse erkannte hier auch einen Hoffnungsfunken, der andere anstiften und die Laune verbessern könne, denn "die kollektive Übellaunigkeit geht einem wirklich auf die Nerven, auch wenn es dafür Gründe gibt."

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