Berlin : Stadtmenschen: Engerts Lebensweg

oom

Jürgen Engert ist einer, der nicht aufhören kann zu arbeiten und auch gar nicht aufhören will. Seit Anfang des Jahres befindet sich Engert im so genannten Ruhestand, doch kaum, dass der beliebte Journalist seine Arbeit quittierte, begann er, ein Buch zu schreiben. Herausgekommen ist dabei: "Mein Gott, Berlin - Von der Elbe an die Spree: Ein deutscher Lebensweg", erschienen im Verlag Hohenheim, käuflich zu erwerben für 38 Mark. Gestern stellte Engert sein Werk im Magnus-Haus am Kupfergraben vor. Doch statt selbst zu lesen, holte er sich prominente Unterstützung: Wolfgang Schäuble trug einige Passagen vor und war voll des Lobes über Engerts skizzenhafte, spannend erzählte Geschichten. Die handeln von der Herkunft und Dresdner Jugend des ehemaligen Chefs des ARD-Hauptstadtsudios, vom alten Haus seines Urgroßvaters, dem Einmarsch der Russen, einer Fahrt nach Garmisch-Partenkirchen und der Erkundung des Kurfürstendamms. Engert beschreibt einen Besuch bei Erich Honecker in einem sowjetischen Krankenhaus bei Berlin ebenso wie das Leben in der geteilten Stadt und den Mauerfall. Der 1936 geborene Autor trat nach dem Studium der Germanistik und Philosophie an der Freien Universität 1962 in die Redaktion der West-Berliner Zeitung "Der Abend" ein, deren Chefredakteur er 1974 wurde. 1983 wechselte er zum Sender Freies Berlin. 1987 übernahm er dort die Chefredaktion des Fernsehprogramms. Währenddessen schrieb er regelmäßig für die Wochenzeitung "Christ und Welt" und später für den Bonner "Rheinischen Merkur". Der Träger des Theodor-Wolff-Preises zeichnete sich außerdem als Drehbuchautor aus. Im Publikum der kleinen Veranstaltung mit anschließendem Umtrunk saß auch der jetzige Chef des ARD-Hauptstadtstudios, Ulrich Deppendorf.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben