Berlin : Stadtmenschen: Fade Gemüsekuchen statt heißer Party zur Filmpremiere

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Ein Fotofix-Automat, zähe Brezeln, komische Quiches und eine hübsche Sängerin - sehr seltsam, die Premierenparty zu "Julietta". Der Film kommt heute in die Kinos und erzählt eine Teenie-Geschiche vor dem Hintergrund der Love Parade mit Vergewaltigung, Liebesdrama und Happy End. Wohl wegen der Techno-Lastigkeit des Streifens hatte der Verleiher teamWorx die Party ins Matrix verlegt - und als "heißeste Party des Jahres" angekündigt. Ein blöder Fehler, denn richtig heiß war an der "Julietta"-Party nicht viel. Jasmin Tabatabai mit schwarzer Perücke im Fotofix? Der RTL-Tonmann, der mit sicherem Griff Billy-Boy-Kondome von Billy-Boy-Energy-Getränkedosen abriss und sie mit einer routinierten Bewegung in die Hemdtasche gleiten ließ? Die Sängerin Zoe, die den "Julietta"-Titelsong mit ihrer Band live darbot? Die Partygäste, die daran arbeiten mussten, genug Speichel zu produzieren, um die Brezeln schlucken zu können? Definitiv: lauwarm. Nett waren allerdings die Eltern der Hauptdarstellerin Lavinia Wilson. Die 21-Jährige, die auch schon für die Filme "Poppen" und "Schule" vor der Kamera stand, wurde ständig umlagert. Ebenfalls dabei: Matthias Koeberlin (bekannt aus dem Tatort "Fürstenschüler", "Tod in Lissabon" und "Das Findelkind") und Barnaby Metschurat, der unter anderem in der Fernsehserie "Unser Lehrer Dr. Specht" spielte. Regisseur Christoph Stark ("Das Mädchen von nebenan", "Der Bär ist los") stand schon beim Schlussapplaus im Kino der Kulturbrauerei etwas steif da. Bei den Dreharbeiten zu "Julietta" auf der Love Parade allerdings hatte Stark Flexibilität bewiesen - kommuniziert wurde miteinander nur mit Fahnen und Fußballhupen, die Bodyguards mussten sich als Raver verkleiden. Als Starks Männer einen 18 Meter langen Kran zum geplanten Drehort bringen wollte, hatte sich dort bereits eine Würstchenbude platziert. Die Würstchenbude wurde kurzerhand umgesetzt. Vielleicht gab es deswegen bloß zähe Brezeln und fragwürdige Gemüsekuchen.

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