Berlin : Stadtmenschen: Gags reißen und Gutes tun

tabu

Vor der ZDF-Comedy-Gala für Unicef "Lachen tut gut", steht die Produzentin Regina Ziegler im Promi-Bereich und erläutert gebetsmühlenartig ihre Idee: "Lachen und Spenden schließen sich nicht aus, die Unicef-Projekte brauchen das Geld." Immer, wenn sie die Einspielfilme der Aids-Waisen aus Malawi, die Waisenkinder in Rumänien oder die Flüchtlingskinder in Afghanistan sieht, "kommen mir sofort die Tränen", sagt sie und kneift die Augen zusammen. Der Pop-Musiker Sasha, die Schauspielerin Katja Riemann und Moderatorin Sabine Christiansen stellen später während der Show jeweils eines der Projekte vor, die sie besucht haben. Immer dann wirkt der Moderator des Abends, Dirk Bach, ganz angestrengt, denn jetzt darf er nicht witzig sein, sondern muss mit ernster Miene gezielte Fragen stellen. Zum Beispiel: "Wie war das für dich, Katja?" Sie erzählt, während sie sich durch die dunkelblond getönten Haare fährt, wie sie mit riesigen Koffern voller Spielsachen, Malstiften und Süßigkeiten zu den Kindern ins Heim gekommen ist. Was für "Love Junkies" die Waisen sind, weil sie so wenig besitzen. Dirk Bach sagt dann "Man sieht das Grauen, aber die Distanz ist da". Schon kommt ein weiterer Comedian aus der angeblichen "Elite der Komiker" auf die Bühne, um den Zuschauern "die Herzen und Portemonnaies" zu öffnen. Doch Stimmung will bei dieser dritten Comedy-Gala nicht so recht aufkommen. Kein Wunder, wenn Jörg Knör als Enrique Iglesias über Hämorrhoiden klagt und Karl Dall eine Reinkarnation von Hans Albers gibt. Hans-Hermann Thielke, Bodo Bach, Alf Poier und das Trio Anke Engelke, Mirco Nontschew und Helge Schneider geben ihr Bestes, doch erst als Thomas Hermanns im silberfarbenen Leibchen und Fahrradhelm auf dem Kopf eine Tanz-Einlage zu "Crying in the discotheque" hinlegt, und dazu noch von Dirk Bach als lebende Diskokugel unterstützt wird, kommt Leben auf. Die Prominenten in den Telefonkabinen, wie Heiner Lauterbach oder Alfred Biolek können am Ende Erfreuliches verkünden: 3,3 Millionen Mark kommen für Unicef zusammen.

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