Berlin : Stadtmenschen: Hauskonzert

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Es fällt schon auf, wie oft man den israelischen Botschafter Shimon Stein in Konzerten und Theaterpremieren sieht: ganz Privatmann, ganz Kunst-Liebhaber. Nur zum Hauskonzert in seiner eigenen Residenz am Dienstagabend - es war schon das zweite - sah man ihn nicht: Er musste nach Israel. Also gab Mordechay Lewy den Gastgeber. Er ist der zweite Mann der Botschaft, aber in Berlin kennt man ihn noch aus den schon fast verschollenen Zeiten, in denen es hier nur Botschafts-Außenstellen gab - da leitete er die von Israel. Zu präsentieren hatte er mit dem Pianisten Alexander Volkov, dem Geiger Menahem Breuer und dem Cellisten Marcel Bergman ein gutes Stück musikalisches Israel - auch darin, dass zwei der Künstler ursprünglich aus der Sowjetunion stammen, der dritte aus Österreich. Nun spielen sie, drei temperamentvolle ältere Herren, schon drei Jahrzehnte zusammen, und sie spielen schön - hartnäckig erklatschten sich die Gäste nach Haydn, Schubert und den israelischen Komponisten Yehezkel Braun noch einen kleinen Brahms als Zugabe. Der Abend hatte im Übrigen dem Putin-Besuch und der aufgeregten Weltlage seinen Tribut darzubringen gehabt - Absagen und Kontrolle vor der Botschaft. So hatten vor allem Berliner den Weg in die Grunewald-Villa gefunden, die neben dem hell strahlenden Riegel der Botschaft als Residenz dient - von Antisemitismus-Professor Wolfgang Benz bis zu Konzert-Agent Witiko Adler, von Susan Neiman, der Leiterin des Einstein-Forums, bis zu Manja Feilcke, der Vorsitzenden des Clubs der Diplomaten-Frauen, von Jürgen Schitthelm und Friedrich Barner von der Schaubühne bis zu SFB-Intendant Horst Schättle.

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