STADTMENSCHEN : In Hitler-Uniform über den Ku’damm

Das Lux-Team. Thekla Reuten, Michael Bully Herbig, Jürgen Vogel (v.li.).F.: Eventpress
Das Lux-Team. Thekla Reuten, Michael Bully Herbig, Jürgen Vogel (v.li.).F.: EventpressFoto: Eventpress CS

Wieder einmal muss Berlins Stadtgeschichte in einem zentralen Detail umgeschrieben werden: Die Idee zur Mauer? Stammt bereits aus den späten dreißiger Jahren, als Walter Ulbricht im Moskauer Hotel Lux spielerisch Zuckerwürfel stapelte und so das Modell des später weltbekannten Bauwerks schuf. Hotel Lux? Ein für seine Gastfreundschaft berüchtigtes Haus, Stalins Terrorapparat quartierte dort die aus ihren faschistischen Heimatländern entkommenen Politflüchtlinge ein, viele haben diese Fürsorglichkeit nicht überlebt. Nicht auf den ersten Blick ein Komödienstoff, Regisseur Leander Haußmann hat es dennoch versucht und erzählt die Geschichte des Stalin-Imitators Hans Zeisig, der nach Hollywood will, es aber nur bis Moskau schafft. Am 27. Oktober kommt der Film in die Kinos, am Dienstag wurde er im Event Cinema am Potsdamer Platz schon mal gezeigt.

Ursprünglich sollte die von Michael Bully Herbig gespielte Hauptfigur Vogel heißen, da aber dessen Freund, ein Hitler-Imitator, von Jürgen Vogel dargestellt wurde, entschied man sich für ornithologische Präzision und machte aus dem Vogel sicherheitshalber einen Zeisig. Diesem gelingt es dann trotz aller Gefahren, mit einer niederländischen Kommunistin (Thekla Reuten) herumzuschnäbeln. Gedreht wurde unter anderem in Berlin, wo das Haus Cumberland am Kurfürstendamm zum letzten Mal vor seinem Umbau als Drehort herhalten durfte. Über den Boulevard musste Herbig, der von Hotel Lux vorher nie gehört hatte, auch einmal in Hitler-Uniform hetzen: „Angenehm ist das nicht.“ ac

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