Berlin : Stadtmenschen: Kantaten gegen Tintenfraß

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Kammermusiksaal, Sonntagabend. Johann Sebastian Bach passt gut zur Weihnachtszeit. Da verschränkten viele Paare im Publikum ihre Hände ineinander und schauten so besinnlich drein, als säßen sie vor dem Lichterbaum. Zum Träumen schön präsentierten die Berliner Barock Solisten unter Leitung von Rainer Kussmaul etwa das Konzert für drei Violinen, Streicher und Basso continuo D-Dur. Das Besondere: Sie konnten die Originalpartitur verwenden, die nun wieder rekonstruiert vorliegt. 8000 Notenblätter des Komponisten lagern, vom Tintenfraß teilweise stark angegriffen, in der Staatsbibliothek, darunter auch das Weihnachtsoratorium. Zur Rettung hob der "Verein der Freunde der Staatsbibliothek" im vergangenen Jahr das "Bach Patronat" aus der Taufe dem der Benefiz-Abend zugute kommt. Die Mitwirkenden des Abends, darunter die Sopranistin Christine Schäfer, hatten auf ihre Gagen verzichtet. Zu dumm, dass der Montblanc-Füller mit der Bach-Unterschrift auf der Kappe und dem vergoldeten Notenschlüssel-Clip nur auf Fotos zu bewundern war. Das rund 780 DM teure Stück kommt erst im Februar in den Handel. Vom Verkauf wird auch Bach profitieren.

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