STADTMENSCHEN : Köche-Gala mit Selbstbedienung

Ach, schon 15 Jahre? Die „Berliner Meisterköche“ sind etabliert, eine Veranstaltung, die die Berliner Gastronomie beflügelt und Nachahmer auf der halbenWelt gefunden hat. Volker Hassemer, Erfinder dieser Gala der „Berlin Partner“, ist längst nicht mehr dabei, aber auch seine Nachfolger unterstützen die Idee Jahr für Jahr. So auch Melanie Bähr, die, seit kurzem neue Geschäftsführerin, am Sonnabend die Begrüßung der knapp 350 geladenen Gäste übernahm.

Schon vor ihrem Amtsantritt war die Entscheidung für eine Neuorientierung gefallen. Die Köche, die sich sonst auf die Hilfe von Hausherr Thomas Kammeier und seiner Brigade verlassen konnten, waren auf drei Kochinseln im in Weiß gehaltenen Ballsaal des Hotels Intercontinental sich selbst überlassen, und die Gäste fanden sich unerwartet in der Rolle der Kellner wieder, mussten die Gerichte selbst von den Stationen holen. Das brachte Leben in die Bude, zu viel, wie viele meinten, die das gewohnte, klassisch gesetzte Essen bevorzugten; auch die Präzision der Gerichte hielt teilweise nicht das Niveau der Vorjahre. Der Feierlaune tat das keinen Abbruch, hinterher trafen sich alle zur After-Dinner-Party und beschlossen schon mal, wie es weitergehen soll, nämlich genauso – oder wie früher.

Kulinarischer Geheimfavorit war diesmal Marco Müllers confierte Rinderbrust „Morgan“ mit Kapuzinerkresse, Grapefruit und Rote-Bete-Sud.

Bei den Gästen fiel diesmal die starke Delegation der Grünen auf: Jürgen Trittin, Volker Ratzmann und Ramona Pop; der Nicht-Koalitionspartner SPD war durch Michael Müller vertreten. Neu alsJuryvorsitzender amtierte Stefan Elfenbein, der den langjährigen Gründungsvorsitzenden Dieter Großklaus abgelöst hat. Eine weitere Innovation betraf den „Gastronomischen Innovator“: Dieter Kosslick, Urheber des „Kulinarischen Kinos“ der Berlinale, war nicht anwesend, und so nahm der Leiter der erfolgreichen Programmreihe, Thomas Struck, die Ehrung entgegen. Mit ihm feierten Marco Müller aus der Weinbar Rutz (Berliner Meisterkoch), Marco Giedow aus der Alten Schule in Reichenwalde (Brandenburger Meisterkoch), Matthias Gleiß aus dem Volt (Aufsteiger), Heike Seebaum aus dem Alten Zollhaus (Berliner Maitre) und Robert Wiese aus dem E.T.A. Hoffmann (Sommelier 2011). bm

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