STADTMENSCHEN Kunst trifft Kommerz : Vom Laufsteg in den Laden

Junge Designer aus dem Berliner Modesalon bekommen eine Plattform im KaDeWe und freuen sich über gute Verkaufszahlen

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Während das Zelt vorm Brandenburger Tor schon wieder abgebaut wird, bleiben die Scheinwerfer noch eine Weile auf den vielversprechenden Nachwuchs der Modebranche gerichtet. Den kritischen Kommentaren des Fachpublikums folgt jetzt noch eine Abstimmung mit den Kreditkarten. Bei der Fashion Night im Borchardt, die diesmal zum Abschluss der Mercedes Benz Fashion Week am Freitag gefeiert wurde, griff Vogue-Chefin Christiane Arp ein Motiv auf, das sich wie ein roter Faden durch die Woche zog: „Es nützt die größte Kunst nichts, wenn sie nicht in den Handel kommt.“ Dass 25 deutsche Modelabels derzeit die denkbar beste Plattform haben, um ihre Kreationen unter die Leute zu bringen, ist auch dem von ihr und Nowadays-Geschäftsführer Marcus Kurz erdachten Berliner Modesalon zu verdanken. Der fand im Winter zum ersten Mal statt, und KaDeWe- Marketingchefin Petra Fladenhofer ließ sich inspirieren. Am Samstagvormittag gab es einen Empfang im Atrium des KaDeWe mit geladenen Gästen zu Ehren der dortigen Nachbildung ebendieses Salons. Seit Anfang der Woche und noch bis zum 22. August verkaufen hier 25 Labels ihre Werke für die kommende Saison. Die Verkaufszahlen sind offenbar gerade bei den jungen, noch nicht bekannten Designern sehr gut. „Eine tolle Chance“, schwärmte Dawid Tomaszewski, der auch nachproduzieren könnte, wenn die Ware knapp wird. Die Designerinnen „Felder + Felder“ waren am Vorabend im Borchardt noch als D-Janes aktiv gewesen, auch von ihnen gab es Kollektionsteile auf der begehrten Verkaufsfläche zu besichtigen. Damit ist die lang beschworene Brücke zu den Endverkäufern zeitnah geschlagen. KaDeWe-Chef André Maeder und Christiane Arp, die bei der Party bereits „eine Lobby für die Kreativbranche“ angeregt hatte, bekamen jedenfalls viele Dankesbekundungen zu hören. „Berlin ist die Stadt, in der man sein muss“, hatte der unter anderem für Motorsport und Mode zuständige Mercedes-Marketingdirektor Wolfgang Schattling bei der Party und auch vorher schon betont und angekündigt, dass sich das Unternehmen weiterhin für diesen Bereich engagieren werde, da die Bilanz sehr erfolgreich sei. Dass die bei der Fashion Week vertretenen jungen Designer zumindest in den nächsten Wochen ganz leicht zu finden sind, ist ein konkreter Schritt, von dem viele profitieren. Das KaDeWe hat so nicht nur für Einheimische interessante neue Kleider, sondern auch für Touristen, die ihre Berliner Souvenirs am liebsten gleich anziehen möchten.

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