Berlin : Stadtmenschen: Kurbeln für Zille

tabu

Üppig belegte Teller mit Hackepeter- und Schmalzbroten, dazu Bier vom Fass. "Vegetarisch? Ham wa nich", raunzte die Bedienung im 20er-Jahre-Kostüm diejenigen Gäste der Kneipe "Zum Nußbaum" an, die mit den Urberliner Essensgepflogenheiten nicht vertraut waren. Genau das richtige Ambiente für die Heinrich-Zille-Gesellschaft, die sich gestern in der historischen Berliner Gaststätte im Nikolaiviertel versammelt hat, um des bekanntesten Berliner "Milljöh"-Malers zu gedenken. Urenkel Hein-Jörg Preetz-Zille trommelte einige Prominente als Mitglieder zusammen, Günter Pfitzmann beispielsweise, Edith Hancke oder Wolfgang Völz (der gestern nicht kommen konnte, weil er dreht). Mit ihrer Hilfe möchte er etwas ermöglichen, was Berlin noch fehlt: ein Zille-Museum. "Andere Großstädte wie München, Köln und Hannover unterhalten auch ständige Ausstellungen ihrer Urgesteine, wie Karl Valentin, Käthe Kollwitz und Wilhelm Busch in eigens dafür geschaffenen Museen", sagt der 60-jährige Zille-Nachkomme, der in Bremervörde lebt. Und damit ordentlich viel Geld für das Museum zusammenkommt, kurbelte Kabarettist Wolfgang Gruner fleißig am Leierkasten vor der Tür, um Neugierige anzulocken und zum Kaufen von Zille-Büchern und -Bildern zu bewegen. Die Erlöse fließen alle ins geplante Museum, da kurbelt man doch gerne.

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