STADTMENSCHEN : Maffay schreibt über sich selbst

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Der Mann ist wirklich ein Großer – trotz bekanntlich eher kleinerer Statur. Das spürten die 200 Gäste am Freitagabend, als Sänger Peter Maffay im Kulturhaus Dussmann seine Autobiografie „Der 9. Ton: Gedanken eines Getriebenen“ (erschienen im Kösel-Verlag) vorstellte. Der 63-Jährige saß auf der Bühne erzählte seinen auf eine versöhnliche Art von der Kindheit in Rumänien und seiner Flucht nach Deutschland. Die Maffay-Fans kamen in Scharen, standen draußen vor der Tür, um von dort zuhören zu können.

Warum er seine Autobiografie jetzt geschrieben habe? Man habe ihn überredet. Es war nicht sein Impuls, das gibt Maffay ehrlich zu: „Dieses Buch braucht man eigentlich gar nicht.“ Und doch hat er es nun veröffentlicht. Es erzählt von seiner Kindheit, von seinem Vater – dem einzigen Helden in Maffays Leben und von der Arbeit seiner Stiftung für Kinder. Es ist ein Appell für eine kinderfreundlichere Gesellschaft. „Dieses Buch wurde nicht in der Absicht geschrieben einen Zeigefinger zu erheben“, sagte Maffay. Doch als Mann der Öffentlichkeit sehe er sich in der Pflicht, etwas zu verändern.

Dabei bleibt Maffay, der am gestrigen Sonnabend auch noch den Titel „Optimist des Jahres“ in Hamburg verliehen bekam, natürlich vor allem Eines: positiv. „We are not here to lose“, das sagte mir mal ein alter Freund, als ich Lampenfieber hatte. Ich benutze diesen Spruch heute noch immer dann, wenn ich den Mut verliere“, erzählte Maffay.

Dabei läuft es gar nicht so entmutigend für den Sänger. Nachdem er mehr als 50 Millionen Platten verkauft hat und zwölf seiner Alben auf Platz 1 der deutschen Charts landeten, ist heute die Stiftung „Schutzräume für benachteiligte Kinder und Jugendliche“ mit den Tabaluga- Häusern, in denen traumatisierte Kinder therapeutische Aktivaufenthalte machen können, sein Herzensprojekt. Und woher ein Altrocker all die Kraft für so etwas nimmt? „Mein kleiner Sohn ist ein unfassbarer Energiefaktor. Wenn ich ihn ansehe, weiß ich, dass ich noch etwas zu tun habe im Leben“, sagte Maffay. Und dann musste er lachen, als er hinzufügte: „Mein Sohn hat viel von mir – er ist auch klein.“ ros

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