Berlin : Stadtmenschen: Martin-Gropius-Bau

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Martin-Gropius-Bau. Das "Kind" ist 25 Jahre geworden. Mit 25 wechselt man "häufiger nochmal die Bude", erklärte Kultursenator Christoph Stölzl. Damit spielt er nicht nur auf ein Vierteljahrhundert Berlinische Galerie an, sondern auch darauf, dass diese bislang kein eigenes Dach über dem Kopf hatte. Bis vor drei Jahren logierte sie im Martin-Gropius-Bau, im 1. Stock, zur Untermiete. Danach waren die Sammlungsstücke - mittlerweile sind es über 500 000 - im Depot oder auf Reisen durch ganz Europa. Doch der Direktor der Berlinischen Galerie, Jörn Merkert, kann die Kunstfreunde, die nochmal für diesen einen Abend in den Lichthof des Martin-Gropius-Baus gekommen sind, um Geburtstag zu feiern, freudig stimmen: Voraussichtlich in drei Jahren wird die Berlinische Galerie auf dem dann sanierten Gelände der ehemaligen Schultheiss-Brauerei direkt am Viktoriapark in Kreuzberg endlich ein eigenes Domizil beziehen.

Bravo! Applaus! Da kann Tina Tandler - die mit ihrer wuschigen Mähne fast Tina Turner ähnelt - wieder mal kräftig ins Saxophon blasen. Zusammen mit ihrer Blue Band begleitet sie die Feier mit fetzigen Jazzeinlagen. Das lockert auf, bevor die nächste Rednerin zum Pult eilt. Annette Fugmann-Heesing, Vorsitzende des Fördervereins Berlinische Galerie, rief nochmal in Erinnerung: "Dieser Bau kann nur gelingen, wenn wir alle dazu beitragen", und lobte ein gutes Beispiel für die ebenso aktive wie finanzkräftige Mithilfe an dem Projekt: Am selben Morgen hatte sie nämlich einen Spendenscheck von 5000 Mark zugeschickt bekommen. Der Spender will aber anonym bleiben. Im Laufe des Abends boten der Berliner Kinderchor und die Neuköllner Oper ein paar Kostproben aus ihren Programmen. Doch die Zeremonie zog sich in die Länge, waren doch viele Gäste durstig und freuten sich auf das Freibier. Von wem gestiftet? Na, von Schultheiss, ist doch klar.

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