Berlin : Stadtmenschen: Mehr Beinfreiheit!

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Wer beim Theaterball am Sonnabend auf dem Parkett mehr tun wollte, als sich auf der Stelle um die eigene Achse zu drehen, hatte einen schweren Stand: Fast pausenlos war der Tanzboden randvoll gefüllt mit Paaren, die sich zu den Sambas, Rumbas und Walzern von Hugo Strassers Tanzorchester drehten. Mehr Beinfreiheit hatten da die Ballerinen der Deutschen Staatsoper, die die Gäste in den Tanzpausen unterhielten. Der Platzmangel tat der guten Stimmung jedoch kaum Abbruch, von vielen Besuchern wurde sie als besonders entspannt gelobt. Die Bühnenbildner der Deutschen Oper hatten die dazu gehörige Dekoration geliefert. So ganz schafften es allerdings auch der an der Decke hängende Zauberwald und die poppig leuchtenden Herbststräuße nicht, die etwas angestaubt wirkende 50er-Jahre-Atmosphäre des Palais am Funkturm zu vertreiben. Neben 2600 Theaterfreunden begrüßte Organisator Otfried Laur an den Tischen der Ehrengäste unter anderem die Fernsehschauspielerin Marion Kracht, den Pianisten und Dirigenten Pascal von Stocki und die Schauspielerin Anita Kupsch. Stars des Abends waren Brigitte Mira und ihr Schauspielerkollege Walter Plathe. Als zu später Stunde auch die letzten Ehrengäste aus den Theatern zu der Festgesellschaft gestoßen waren, bekamen die beiden den Publikumspreis "Goldener Vorhang" des Berliner Theaterclubs verliehen. Brigitte Mira prangerte in ihrer Dankesrede die Überlegungen einer Senatskommission an, das Hansa-Theater mangels Rentabilität schließen zu wollen. Dann spielte und sang sie unter großem Beifall einen Auszug aus ihrer dort gezeigten "Bettelkönigin von Moabit".

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