Berlin : Stadtmenschen: MRR ganz gerührt

Rdh.

Der gefürchtete Kritiker gerührt? Ja, doch, Marcel Reich-Ranicki bekannte, dass er bewegt sei. Er stehe hier, sagte er im Atrium der Deutschen Bank, fast genau zwischen den beiden Häusern, die ihm in Berlin die wichtigsten gewesen seien - dem Schauspielhaus und der Staatsoper. Ihnen verdanke er die Theater- und Opernerlebnisse, die ihn geprägt haben - und das Theater-Kapitel aus seinen Erinnerungen stand denn auch im Mittelpunkt seines Leseabends. Mit seinem Auftritt stellte sich der Kritiker der Auftaktveranstaltung der Aktion zur Erhaltung des Gründungsbestandes der Staatsbibiliothek zur Verfügung. In der Formulierung von Ex-Staatssekretär Winfried Sühlo, dem Vorsitzenden der Freunde der Staatsbibliothek, die die Aktion durchführen: der "König der Bücher" half - ohne Honorar - den "Büchern der Könige". Unter diesem Titel steht die Kampagne, weil es die brandenburgischen Kurfürsten und die preußischen Könige waren, die die ersten Bestände dieser größten deutschen Bibliothek erwarben. Mit der Aktion sollen die beschädigten Bände der einmaligen Sammlung restauriert werden - zunächst 1500 bis 2000 Bände, was Aufwendungen von 1,25 Millionen Euro erfordert. Mit auf dem Podium: Tagesspiegel-Herausgeber Hellmuth Karasek, der seinen Kollegen vom Literarischen Quartett vorstellte. So konnte Gernot von Grawert-May von der Geschäftsführung der Deutschen Bank am Vorabend ihrer letzten Sitzung schon einmal die Hälfte der renommierten Runde begrüßen. Später, beim Essen im "Borchardt", verpasste der dichtende Tagesspiegel-Verkäufer der renommierten Runde reimend das vermutlich letzte Etikett: Reich-Ranicki und seine Komplizki.

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