STADTMENSCHEN : Neue Chefinnen im Filmkunst 66

Foto: p-a/dpa
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Einen eigenen Kinosessel hatte sie ja schon lange hier. Ihr und der Name verschiedener anderer Freunde und Förderer des Hauses ziert als Metallplakette je einen Sitz im größeren Saal des Filmkunst 66 in der Bleibtreustraße. Und Donnerstag wurde dann offiziell, was ohnehin schon durchgesickert war: die Berliner Filmproduzentinnen Regina und Tanja Ziegler – bekanntlich Mutter und Tochter – übernehmen ab 1. Januar das seit 1966 existierende Programmkino in Charlottenburg. Die beiden und das bisherige Betreiberpaar Rosemarie und Franz Stadler luden abends gesellig ins Kiezkino um die Ecke vom Savignyplatz, um die Sache zu verkünden. Und am Donnerstag, dem 30. Dezember, läuft um 20.30 Uhr „Franz Stadlers Last Picture Show“. An dem Abend lädt er vor der Übergabe an seine Nachfolgerinnen zu einem filmischen Abschied von seinem Kino als cinéastische Zeitreise mit den schönsten, komischsten, spannendsten, spektakulärsten und magischsten Szenen aus 37 Jahren Filmkunst 66. Es wirken mit: Humphrey Bogart, Ingrid Bergman, Woody Allen, Laurel und Hardy, Charlie Chaplin, die Marx Brothers, Donald Duck, Dennis Hopper, Jack Nicholson, John Wayne, Charlton Heston, Gary Cooper und viele andere. Zum Ende einer Ära kann der Filmfiguren-Bahnhof eben nicht groß genug sein. Franz Stadler, der wenig schwatzhafte Mann mit dem dauerernsten Gesichtsausdruck, hat das Zwei-Säle-Haus seit 1971 mit kurzer Unterbrechung geführt und ist als Pionier des Berliner Programmkinos eine Institution der Kinostadt. Er hat mehrere Filmfestivals initiiert, Preise gehamstert, Stars begrüßt, seine Liebe zum Animationsfilm gepflegt und im August 1999 für seine Verdienste rund um das Kino das Bundesverdienstkreuz erhalten. Jetzt ist er 70 Jahre alt und gibt den Staffelstab weiter. Mal sehen, was die Ziegler-Ladys aus dem Filmkunst 66 machen.gba

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