STADTMENSCHEN; Neues Schokoladengefühl mit Shakespear : Leckere Botschaften

Der britische Botschafter wirbt für britisches Essen, für Kultur und für eine reformierte EU

Elisabeth Binder
Sir Sebastian Wood. Foto: Doris Spiekermann-Klaas
Sir Sebastian Wood. Foto: Doris Spiekermann-KlaasFoto: Doris Spiekermann-Klaas TSP

Der britische Botschafter Sir Sebastian Wood will mit aller Kraft für den Verbleib Großbritanniens in einer reformierten EU kämpfen. Die Betonung liegt auf „reformiert“ und die Perspektive liegt darin, dass alle Europäer etwas von den britischen Vorschlägen haben. Wie ernst es ihm ist, unterstrich er am Donnerstag auf ungewöhnliche Weise. Motto des Empfangs in der Botschaft war „Food and Culture are Great“. Moment mal, Food? Die Reformierbarkeit britischen Essens war lange mit größter Skepsis beäugt worden. Die Verdienste Jamie Olivers um die Nation der Nierenpastetchen-Liebhaber sollten hier vielleicht nicht unterschlagen werden. Mit innovativem Wasabi Popcorn und Chips mit Titeln wie „Pastrami im Roggen“ oder „Die erstaunlichen Abenteuer von Salz und Essig“ warben britische Produzenten für die Reformierbarkeit des Geschmacks. Am erstaunlichsten war aber das Vorpreschen auf ein Terrain, das so gar nicht als typisch britisch gilt: köstliche Schokolade von „Chocolate and Love“. US-Botschafter John Emerson konnte da glatt Anregungen mitnehmen.

Die britisch-amerikanische Sängerin Beatie Wolfe musste sich mit der typisch berlinischen Ungezogenheit des Dauerredens auseinandersetzen. Die Hommage an David Bowie war fast ebenso zwingend wie der Auftritt eines Shakespeare-Darstellers als Auftakt etlicher Veranstaltungen zum 400. Todestag des Dramatikers. Denn hier wurde, so der Botschafter, 1864 die weltweit erste Shakespeare-Gesellschaft gegründet. Am Ende schummelte er sogar noch ein bisschen Sport in die Food-Kultur-Initiative ein, indem er auf das Freundschaftsspiel Deutschland- Großbritannien Ende März hinwies. Und zeigte, dass er weiß: So demonstriert man hier wirkliche Entschlossenheit.

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