STADTMENSCHEN  : Nur aus ganz großen Flaschen

Foto: Promo
Foto: Promo

Am Ende kam auch noch Günther Jauch vorbei – nicht als Gast, sondern in seiner neuen Nebenrolle als frohsinniger Jungwinzer von der Mosel. Die „Big Bottle Party“, die vor fünf Jahren als kleines Späßchen zweier Sommeliers in Berlin und Hamburg erfunden wurde, hat sich im Berliner Palace-Hotel im Frühjahr ebenso wie auf Hamburger Seite im Herbst zur vinophilen Großveranstaltung mit passender Küche entwickelt. Die Zahlen vom Sonntag: 120 Winzer, sieben Sterneköche, 1500 Liter Wein, über 4000 Gläser, vier Kilogramm Périgord-Trüffel.

Die Grundidee, nur Weine aus Großflaschen auszuschenken, hat so viel Anziehungskraft entwickelt, dass sogar einige Liter 1996er Chateau Mouton-Rothschild den Weg in die durstigen Kehlen der 600 Gäste fanden, akkurat gesteuert von Gunnar Tietz, dem Chefsommelier des Hotels, der mit verschiedenen aktuellen Auszeichnungen wie dem „Sommelier des Jahres 2011“ bei Gault-Millau ohnehin gerade einen Lauf hat. Wer nichts abbekommen hatte, konnte sich mit Spitzenweinen aus der ganzen Welt trösten, vorzugsweise gereiften Abfüllungen, die im Handel und in Restaurants kaum noch zu haben sind.

Neu war in diesem Jahr der Hoteldirektor Michael Frenzel als Gastgeber, neu war auch das weiter gesteigerte kulinarische Niveau mit allein drei DreiSterne-Köchen: Christian Bau, Sven Elverfeld und Nils Henkel, denen ihre kulinarischen Miniaturen (z. B. Henkels Kaisergranat im Kreuzkümmelsud mit violetten Möhren und Pistazienpüree) ebenso aus den Händen gerissen wurden wie den Kollegen Kevin Fehling, Danijel Kresovic, Matthias Diether und Thomas Martin vom Hamburger Partnerhotel Louis C. Jacob, das im Herbst die nächste Party ausrichten wird.

Am Ende der Party hatten Berlins Taxifahrer wieder reichlich zu tun – wenn auch sicherlich nicht jeder Gast die rechnerisch möglichen knapp drei Liter pro Kopf ganz ausschöpfen konnte … bm

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben